„Mut zum Wandel“ – eine Replik

Der katholische Theologe und Journalist Remo Wiegand schrieb in einer Gottesdienstkritik über eine schöne reformierte Pfarrerin. Dafür wurde ihm Sexismus vorgeworfen. Er beschreibt, wie es zur Gottesdienstkritik kam und plädiert dafür, die eigene Leiblichkeit auch in Gottesdiensten anzunehmen. Und in ihnen gleichzeitig das Potential der Wandlung zu sehen.

Als ich am Sonntagmorgen des 11. Dezember mit der S1 von Luzern in Richtung Zug fuhr, hatte ich einen Moment des Zweifels: Sollte ich wirklich den Gottesdienst in der reformierten Kirche von Cham besuchen? Oder doch eher jenen im benachbarten Steinhausen, wo der nicht ganz unbekannte Josef Hochstrasser (ex-Priester, Hitzfeld-Biograph) predigte? Wäre ein Bericht von dort für die eher kirchenfernen User des Online-Portals Zentralplus möglicherweise attraktiver und nahbarer?

Ich verwarf den oben angedeuteten Zweifel. Irgendeine unhintergehbare Überzeugung piekste mich, dass die ursprüngliche Wahl Cham die richtige sei. Was oder wer mich dort erwarten würde, wusste ich nicht. Doch mit diesem Moment in der S1 war ich überzeugt, dass es Sinn macht, nach Cham zu gehen. Ich fühlte mich irgendwie geführt. «Die kostbarsten Güter soll man nicht suchen, sondern erwarten», schreibt die Philosophin Simone Weil. Ich erwartete vertrauensvoll, dass der Gottesdienst von Cham eine wertvolle Botschaft bereithalten würde. Ich unterstellte diesem eine tiefere Bedeutung, einen höheren Sinn.

Unausgesprochenes Kommunikationsgeschehen

Und dann stand da die junge, gut aussehende Pfarrerin. Ich reagierte auf sie, wie Männer bei schönen Frauen reagieren können: Ich fühlte mich von ihr angezogen. Religiös gesprochen: Ich war ergriffen. Zugleich schien mir, dass ich dabei nicht der einzige Mann sei – und dass die Pfarrerin die Aufmerksamkeit, die ihr zu Teil wurde, mit einer gewissen Introvertiertheit beantwortete. Der Gottesdienst lebte von einem unausgesprochenen Kommunikationsgeschehen, das nicht nur, aber auch dem Umstand geschuldet war, dass Schönheit in der Luft lag. Zugleich dachte ich: Mein Gott! Was mach ich bloss damit? Darüber kannst Du doch nicht schreiben! Ich erinnerte mich an den «Sinn-Schlingel» aus der S1, der mich in diese Szenerie und Entscheidungssituation geführt hatte. Sollte wirklich dies hier der Sinn sein, dem ich mich aussetzen sollte, als Gottesdienstbesucher, als Kritiker?

Ich verfolgte den Gottesdienst weiter (doch, doch, ich hörte zu…). Ich suchte die Feier fleissig, ja schon fast zwanghaft ab nach Sätzen, Erkenntnissen, Berührendem, die es in ihrer Intensität mit der Begegnung mit der Schönheit der jungen Pfarrerin aufnehmen konnten. Ich fand nichts Entsprechendes. Ich fuhr nach Hause. Ich besprach mich mit einer ersten Freundin. Schrieb. Schickte den Text an zwei weitere Freundinnen, die eine feministische Theologin, die andere Psychoanalytikerin. Die eine reagierte so, wie danach ein Grossteil der Kritikerinnen. «Der Beitrag ist schrecklich», schrieb sie, und: «Für das Prädikat ‹wunderschön› studiert Frau nicht so lang». Die andere schrieb: «Genial!» Warum solle das Aussehen einer Pfarrerin ein Tabu sein? Ich führte weitere Gespräche, schwankte hin und her.

Ja zur Schöpfung

In meinem Zwiespalt entschloss ich mich, die Pfarrerin selber nochmals zu kontaktieren. Ich eröffnete ihr, welche thematische Richtung der Text bisher einschlug. Ich war entschlossen, ihn neu zu verfassen, sollte sie mit deutlicher Ablehnung darauf reagieren. Zu meiner Überraschung sah die Pfarrerin keine Probleme mit meinem Ansatz. Auf die geäusserte Sorge hin, dass der Text sexistisch verstanden werden könnte, antwortete sie, dass sie wohl einer Generation angehöre, die mit dem Thema lockerer umgehen könne als die «Feministinnen».

Die Gottesdienstkritik erschien, die Reaktionen folgten prompt. In den sozialen Medien waren sie fast nur negativ, ein klassischer Shitstorm. Abgesehen von dämlichen Beleidigungen liessen sie sich mehr oder weniger auf ein Argument aus einem Tweet reduzieren: «Das Aussehen darf bei einer Gottesdienstkritik schlicht keine Rolle spielen. Punkt.» Wäre dies der Fall, dann würde man die Frau abwerten.

Meine Antwort auf dieses moralische Diktum ist ein Kürzest-Zitat Gottes: «Ja.» Gott bejaht seine Schöpfung, ja er liebt sie. Zur Schöpfung gehören die sinnliche Empfindung, unsere Leiblichkeit und Geschlechtlichkeit. Diese spielen auch in einen Gottesdienste hinein – was beileibe nicht bedeutet, dass ein Gottesdienst dabei stehen bleibt. Auch Männer sind von der Zivilisation ergriffen worden. Sie sind komplexere Wesen, als ihnen einige Frauen zutrauen. Männer können eine Frau schön finden und sie weiterhin für voll nehmen, sie gescheit, lustig oder langweilig finden. Schönheit und sexuelle Anziehung sind eine starke Kraft, aber weder Männer noch Frauen sind ihr ohnmächtig ausgeliefert.

Gottesdienst als Weg der Wandlung

«Man wandelt nur das, was man annimmt», schreibt der Psychiater Carl Gustav Jung. Schönheit, die uns begegnet, ist ein Geschenk Gottes. Sie lässt sich weder besitzen, noch können wir ihr entfliehen. Der bestmögliche, christliche Weg, mit und durch sie hindurch ist: Wandlung. Das ist der die Chance und der Sinn eines Gottesdienstes, in dem wir uns vor Gott schonungslos offen zeigen dürfen und sollen. Um Wandlung zuzulassen, muss zuerst die Realität anerkannt werden. Wird sie verdrängt, sucht sie verschlungene, destruktive Wege an die Oberfläche. Sie bedrängt uns. Die Kirche und ihre Repräsentanten, die der Wahrheit dienen, tun gut daran, Realitäten nicht zu tabuisieren und zugleich Wege der Wandlung anzubieten.

Eine Pfarrerin kann Botschafterin für die Schönheit Gottes sein. Seelsorgerinnen und Seelsorger, ja alle Menschen können mit Worten, mit ihrem Äusseren, mit Gestik und Mimik, mit Authentizität, mit schlichtem So-Sein und frohem Da-Sein Gottes Schönheit zum Ausdruck bringen. Und damit eine Schönheit ansprechen, die uns allen inne wohnt. Als Kinder Gottes, als Brüder und Schwestern, leben wir von gegenseitigem Zuspruch. Denn wir wandeln alle auf Spuren, die wir nicht selbst gelegt haben.

 

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49 Kommentare
  • Heinz Röthlisberger
    Gepostet um 06:20 Uhr, 28. Dezember

    Ein Journalist, der so ehrlich und selbstoffenbarend schreibt, dass es fast schmerzt…. eine wohltuende Seltenheit. Selbst wenn man die Argumentation nicht voll teilen mag, nötigt mir dies allen Respekt ab.

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  • Andreas Schweizer
    Gepostet um 07:32 Uhr, 28. Dezember

    Meines Erachtens war „Schönheit“ sowohl in der Kritik und daher auch hier in der Antwort viel zu stark gewichtet. Meine Kritik an dieser Kritik ist, dass sie dem Leser – und der kritisierten Pfarrerin – keine Rückschlüsse zulässt auf die „Qualität“ des Gottesdienstes. Aus den ursprüngliche Artikel kann ich nur herauslesen, dass sich der Autor nicht ganz wohl fühlte, und dass er offenbar schon mit einer eher negativen Einstellung diesen Gottesdienst besuchte. So ist es letztlich der Bericht einer mir unbekannten Person über sein Empfinden, bei dem alles, sogar ein wunderbarer Kaffee und Apero mit der Begegnung der Pfarrerin untergründig belächelt wird. So jedenfalls kam das bei mir rüber und so ist es für mich schlicht nicht ‚objektiv‘ wertvoll.

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 07:37 Uhr, 28. Dezember

    Die Schönheit der Pfarrerin war nicht mein Problem mit diesem Text. Sondern dass er süffisant und herablassend geschrieben war, unreflektiert, durchtränkt mit Projektionen und nichts als Klischees bediente („Stewardess“, „Bankangestellte“). Je mehr ich die Kritik lese, desto schlechter finde ich sie. Schönheit allein ist super! 👩🏼

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  • Urs Meier
    Gepostet um 07:57 Uhr, 28. Dezember

    Wiegands Replik ist ein schwer erträglicher Mix aus Geschwurbel und Kitsch. Er macht seine abgestürzte Gottesdienstlritik mit dieser Selbstoffenbarung noch schlimmer.

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  • Verena Birchler
    Gepostet um 08:16 Uhr, 28. Dezember

    Dieser Beitrag vermittelt mir, dass in dieser Kirche alle Männer nur zum Glotzen kommen. Schade kann ich nicht zeichnen. Ein Karikaturist könnte diese Zusammenfassung wunderbar präsentieren. Meine Meinung hat sich nicht geändert. Diese Gottesdienst- Kritik sagt mehr über den Autor als über die Pfarrerin.

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  • Brigitte Becker
    Gepostet um 10:18 Uhr, 28. Dezember

    Ach je! Nur mal angenommen, Remo, du hättest einen sehr schönen Priester erlebt an diesem Morgen. Hättest du seine Körperlichkeit dann auch so gelobt und nichts anderes zu sagen gewusst, als dass er under construction aber ein echter schöner Kerl ist? Sexismus hat nichts mit der Meinung einer Porträtierten zu tun, sondern mit dem Umstand, dass meistens Männern Frauen Eigenschaften zuschreiben und zwar die, die ihnen behagen, also in deinem Fall „schön“. Schade, ich hätte von einem Gottesdienstkritiker ein paar theologisch angemessenere Kriterien erwartet….

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 12:29 Uhr, 28. Dezember

      Ja genau! Und darum wieder einmal mal mein „Ceterum censeo“ in Form eines Buchtipps, den ich Herrn Wiegand gerne ans Herz lege:

      Christine Scheidegger (Hg.)
      Sexistische Botschaften in Sprache, Text, Bild, Werbung und Film

      Sexistische Sprache, Texte, Bilder, Filme und Werbung schaffen und verfestigen stereotype Rollen-bilder von Männern und Frauen. Sie beeinflussen Wertehaltungen und Verhalten und können die Gesundheit beeinträchtigen. Deshalb gilt es, sexistische Botschaften zu erkennen und zu vermeiden. Die Beiträge suchen Antworten u.a. auf folgende Fragen:
      • Was ist Sexismus?
      • Wie manifestiert sich Sexismus in Presse, Werbung und Kinderfilmen?
      • Ist nackte Haut immer sexistisch?
      • Wie wirksam ist eine Beschwerde bei der Lauterkeitskommission?

      Beiträge von Dominique Grisard und Andrea Maihofer, Martina Leonarz, Maya Götz, Thea Rytz, Manfred Pfiffner, Elisabeth Joris, Christine Scheidegger.

      170 Seiten CHF 25.00

      ISBN 978-3-905561-91-3

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 10:26 Uhr, 28. Dezember

    Also ich bewundere Schönheit bei allen Menschen imfall! Seit Jahren hängt bei mir im Büro der neuste George Clooney Calendar. Als Beweis. Trotzdem beurteile ich seine Filme nicht nur nach diesem Kriterium.

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    • Bruno Amatruda
      Gepostet um 15:28 Uhr, 29. Dezember

      Und ich hab neulich sogar „Die Wiederkunft der Mumie“ geschaut (ein extrem schlechter Film), nur weil Rachel Weisz darin mitspielte…. 😉

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  • Anonymous
    Gepostet um 10:38 Uhr, 28. Dezember

    Flach und überflüssig. Ganz im Gegensatz zu Sibylle Forrer’s Kommentar, der intellektuellen Tiefgang hat und Aha-Erlebnisse vermitteln konnte.

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  • Madeleine Leu-Küpfer
    Gepostet um 10:40 Uhr, 28. Dezember

    Mich stört extrem solch männlich eingeschränkte Sichtweise dessen, was schön ist – dieses androzentrische Definieren weiblicher 90-60-90-Schönheit, die sogar noch mit dem in Verbindung gebracht wird, was von Gottes Schönheit zeuge! Käme es dem Theologen R. Wiegand in den Sinn, eine alte, stark übergewichtige Pfarrerin als schön zu bezeichnen, die sich seit 40 Jahren mit Leib und Seele für Flüchtlinge einsetzt? Wie viel zeugt SIE von Gottes Schönheit? Das Äussere eines Predigers oder einer Predigerin hat in einer Gottesdienstkritik nichts zu suchen und ist auch sonst theologisch belanglos!

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  • Hans-Peter Geiser ZH ausgesteuerter Pfarrer, Dr. theol. M. Div.
    Gepostet um 11:49 Uhr, 28. Dezember

    Rezeptionsästhetik. Wo ist das Problem? Seit Jahren fällt mir auf, dass sich in unseren Reformierten Gottesdiensten eine Leere breit macht. Nicht nur die Leere von 37 Besuchern und 18 im anschliessenden Kirchenkafi in Cham bei Zug. Theologie, die resonanzlos verhallt, weil keine mehr vorhanden ist.. Wir sind beste Literaten/innen, Rhetoriker/innen, public Performers, Sprachkünstler/innen, Die einen beschleunigen halt noch ihre Redezeit. Bleiben tut schlussendlich, wenn man genau hinschaut und vor allem auch genauer hinhört in das gelebte Leben der Performer – wenig unter all den Predigenden. Eher noch inszenieren wir öffentlich-kirchliche „Kindergärten“ (Thomas Widmer, Tages-Anzeiger 2. Dez 2016) zu pfarramtlichen Prügeleien in ZH Fällanden, in den Hungerstreik getriebenen Lausanner Pfarrern oder schlimmer noch von kantonalen kirchlichen Behörden in die absolute soziale Verarmung Gejagten in den Kantonen Waadt, Aargau, Bern und Zürich. Auch das eine rezeptionsästhetische Inszenierung.. Mit Hunderten von Kollegen/Innen, die voyeuristisch-ästhetisch zuschauen und im Gefühl der eigenen ästhetischen Intaktheit „potenziert“ applaudieren. Diese Leere transformiert Kirche zur voyeuristischen Welt. Weniger wohl eine „sexistische“. Weil sonst nichts mehr hangen bleibt. Worte zum Sonntag in Cham oder aus Zürich Kilchberg verklingen offenbar längst nur noch leer. Trotz aller „pointierten Meinungen“ (Sibylle Forrer Facebook). Denn solches allein ist noch kein Tiefgang. Eher „Ersatzhandlung“ für Leeres. Dazu gehört wohl auch, dass http://www.diesseits.ch rezeptionsästhetisch Zensur betreibt, wo „unansehnliche“ Kommentare zur Leere von Beiträgen (Ralph Kunz „Voila“ Dez 2016) unaufgeschaltet bleiben.

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    • Stephan Jütte
      Gepostet um 13:23 Uhr, 28. Dezember

      Sorry, aber das stimmt nicht! Wir schalten Beiträge nicht auf, sondern entfernen sie nur dann, wenn sie in justiziablem Sinn daneben sind! Ich sehe keinen Kommentar von Ihnen! Please post again!

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  • Andreas Schneiter
    Gepostet um 11:50 Uhr, 28. Dezember

    „Ja zur Schöpfung“: Einverstanden – ein unbedingtes Ja, ganz unabhängig von allen Äusserlichkeiten. Wenn in einer Gottesdienstkritik dieses „Ja zur Schöpfung“ (das im GD eigentlich kein Thema gewesen ist) so stark durch das äussere Erscheinungsbild einer Pfarrerin zum Ausdruck kommt, dann ist etwas schief gelaufen.

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  • Corinne Duc
    Gepostet um 12:15 Uhr, 28. Dezember

    Von einer professionell gestalteten Gottesdienstkritik darf man erwarten, dass die Autoren von ihren bloss privaten und subjektiven Interessen kritische Distanz nehmen und sich an fachlichen Kriterien orientieren, oder dann in Ausstand treten bzw. auf eine Veröffentlichung verzichten, wenn Sie sich dazu nicht mehr fähig fühlen.
    Allerdings kann es mit dieser Selbstwahrnehmung selbst Probleme geben, und das könnte auch ein Hinweis auf Verdrängung sein.
    Eine Variante des Verdrängens persönlicher Schwächen besteht darin, sie als etwas Allgemeines darzustellen, das zur Natur der (auch kultivierten) Menschen gehöre und daher auch hinreichend gut sein müsse –– und dafür jene Menschen, die es etwas anders sehen, als unaufgeklärt und ewiggestrig hinzustellen.
    Eine wohlwollende, offene Auseinandersetzung mit den eigenen «Sinn-Schlingeln» wäre vermutlich nicht nur der Schreibe, sondern den menschlichen Beziehungen insgesamt förderlich. Dabei scheint mir allerdings auch hier wichtig, nicht in rigide und dogmatische Muster der alten psychoanalytischen Schulen zurückzufallen, sondern differenzierend und kritisch zu bleiben;-)

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  • michael vogt
    Gepostet um 13:33 Uhr, 28. Dezember

    ja, schönheit lässt sich nicht besitzen. ergreift man besitz von ihr, geht sie kaputt. „wissen ist wandlung“, zitiert erich fromm eine östliche weisheit. dabei versteht er wandlung als etwas wünschenswertes. wird etwas ins bewusstsein hinaufgezogen, kann es sich aber auch negativ wandeln. was in den kopf steigt, ist nicht mehr da. je nachdem, wie es wahrgenommen und anerkannt wird, kann es aber auch aufblühen.

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    • michael vogt
      Gepostet um 15:02 Uhr, 28. Dezember

      …kann es sich entfalten und…

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  • Stephan Jütte
    Gepostet um 16:18 Uhr, 28. Dezember

    Finde ich diesen Beitrag gut? Nein. Ich finde ihn ehrlich gesagt zum fremdschämen. Effie Briest für Arme. Und ich finde es schwierig, dass der Autor meint, seine Beweggründe theologisch rechtfertigen zu müssen, wo ein einfaches „Sorry, ich bin über das Ziel hinausgeschossen“ angebracht gewesen wäre.
    Im Moment läuft aber auf Facebook eine Diskussion darüber, ob wir diesen Beitrag überhaupt hätten bringen dürfen und ob es gerechtfertigt ist, dass der Autor von RefZH als „mutig“ bezeichnet wird. Dazu folgende Überlegungen:
    1. Rede und Gegenrede ist ein Prinzip, welches nicht einfach zur Disposition zu stellen ist. Gerade wer meint, dass sich der Autor unmöglich gemacht habe, soll das sagen und darauf vertrauen, dass es die anderen LeserInnen auch merken. Wer persönlich angegriffen wird, dem muss das Wort erteilt werden.
    2. Auf Facebook wurde gemutmasst, dass sich ein böser Mann hinter RefZH versteckt. Dem ist nicht so. Hinter RefZH steckt dieselbe engagierte Frau, die mit viel Herzblut alles Technische für diesen Blog regelt – vieles davon in ihrer Freizeit. Es ist dieselbe Frau, von der all die schönen Bilder zu den Blogbeiträgen kommen. Ohne sie gäbe es disseits.ch nicht.
    3. Sie hat nun also geschrieben, dass „wir“ Remo Wiegand mutig finden. Offensichtlich tun „wir“ das nicht alle. Ich zum Beispiel finde das nicht mutig, sondern trotzig. Aber ich finde auch, dass die Reaktionen auf ihren Beitrag zeigen, dass wir die Sachebene in dieser Diskussion schon lange verlassen haben. Es geht um Köpfe und um Empörung. Sie hat Remo Wiegand von seiner stärksten Seite her gelesen. Vielleicht können wir ihr das ja auch zugestehen?
    4. Ich weiss, dass in Zeiten von „man wird doch noch sagen dürfen“ und rechtspopulistischem Meinungsmärtyrium die Zuschreibung von „Mut“ gefährlich ist. Man könnte ja plötzlich auch „grap them by the pussy“ mutig finden. Das tut keiner von uns.
    Letztendlich braucht es beides: Leute, die mit Wohlwollen zuhören und solche die empört den Kopf schütteln. Hoffentlich hat es in diesem Diesseits Platz für beide.Und vielleicht auch für den Gedanken daran, dass hinter Blogbeiträgen und Facebook-Posts Menschen stehen, mit denen wir sorgsam, liebevoll und respektvoll umgehen sollten. Am besten, indem wir sie so stark wie möglich lesen und ihnen Kredit geben, dass sie keine bösen Männer, sondern liebenswerte Menschen mit besten Absichten sind.

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    • michael vogt
      Gepostet um 20:51 Uhr, 28. Dezember

      zwischen dem anfang und ende ein spannungsverhältnis. mir geht es um die nachwirkung. sie ist bei mir bei beiden beiträgen von remo wiegand gut. und das wünsche ich auch rahel albrecht.

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 16:33 Uhr, 28. Dezember

    Na klar soll ref.ch Wiegands Replik bringen! Und die verantwortliche Kollegin von ref.ch kann ihre Meinung äussern wie wir alle auch. Wir brauchen hier doch keine Zensur, was soll denn das jetzt? Und ihr beide von diesseits macht das super! 👍🏼

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 19:13 Uhr, 28. Dezember

      Ja, es steckt ein grosser Einsatz dahinter und viel Herzblut sietens der Initiatiant_innen und Betreiber_innen: Danke vielmals!

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 16:34 Uhr, 28. Dezember

    Ref.zh, sorry!

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  • Sibylle Forrer
    Gepostet um 17:12 Uhr, 28. Dezember

    Danke, lieber Stephan, für deine schönen und klugen Worte. Ich nehme mich da auch an der eigenen Nase, weil ich mich über das „mutig“ empört habe. Ich meine, dass diese Empörung richtig war. Aber ich bin sehr froh über deine Differenzierung. Dass Wiegands Kritik an der Kritik an der Kritik unterste Schublade ist und seine sexistische Haltung nur noch zementiert, darin sind wir uns einig – auf zh.ref.ch und anderswo.

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    • Felix Geering
      Gepostet um 23:17 Uhr, 28. Dezember

      Mit Verlaub: „Eining“ im Sinne von „Einstimmig“ sehe ich hier nicht. Das wäre ein gar euphorischer Euphemismus.

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  • Anita Ochsner
    Gepostet um 18:00 Uhr, 28. Dezember

    Danke für die letzteren Kommentare Stephan Jütte und..
    Was ich mich die ganze Zeit dazu frage: Welches wären denn Eure, von Pfarrpersonen die Gottesdienste halten, wichtige Kriterien?
    Gibt es da welche die beim Gottesdienst gestalten, vorbereiten und Predigt halten, immer wieder eine, besondere, Herausforderung7Schwierigkeit sind?
    Welche Fragen begleiten Euch, vor einem Gottesdienst?
    Gottesdienste sind ja auch ganz verschieden, je nach Kirchenjahreszeit, Fest.. mal mit Einbezug von Gottesdienstbesuchenden, mit bestimmten Generationen, und ohne, einen klassischen (damit meine ich Predigt Wort Orgelspiel und die übliche Liturgie.
    Von daher, es ist eine Einsicht, eine Einmalige. Die über einen diesen Gottesdienst etwas aussagt.
    Und wie sieht das aus, wenn Menschen mit Behinderung einen Gottesdienst mitgestalten, da gelten doch wieder andere Kriterien die berücksichtigt werden Was ist daran besonder Reich oder Schwierig?

    Gleichfalls, denke ich, Reformierte Gottesdienste sehen anders aus. Daher: Ist es sinnvoll, wenn ein katholischer Theologe bei den Reformierten bewertet?
    Besucht Ihr Reformierte Pfarrpersonen Euch auch schon mal gegenseitig, um ein Feedback, vielleicht zu etwas ganz Bestimmtem einzuholen?
    Danke für die eine oder andere Antwort?? Und ja die Bilder … und den Blog, die ganze Arbeit.
    Gute „Zwischenzeit“, zwischen den Jahren.

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  • Michael Wiesmann
    Gepostet um 18:11 Uhr, 28. Dezember

    Danke Stefan Jütte und auch Sibylle Forrer für ihre Kommentare. Dass Remo Wiegand die Möglichkeit zu einer Replik erhält, finde ich grundsätzlich richtig. Schade nur, dass er offenbar nicht in der Lage ist, den Kritikpunkten sachlich zu begegnen und stattdessen ausweicht, indem er sich in bester boulevard-populistischer Weise als Opfer der Umstände und des Schicksals stilisiert. Niemand hat ihn zur Veröffentlichung des ursprünglichen Artikels gezwungen. Egal wie er es zu drehen, wenden und ausschmücken vermag:: Hier vermischt sich ein wenigstens fragwürdiges Frauenbild mit einem voraufklärerischen Subjektivismus-Begriff und grundsätzlichem theolgischem Unverständnis über das reformierte Gottesdienst-Geschehen..

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  • michael vogt
    Gepostet um 21:05 Uhr, 28. Dezember

    mir geht es um die nachwirkung. sie ist bei mir bei beiden beiträgen von remo wiegand gut. und das wünsche ich auch rahel albrecht.

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  • Felix Geering
    Gepostet um 23:38 Uhr, 28. Dezember

    Mir tut der Autor leid. Er macht sich die Mühe Gottesdienste zu testen – Längst überfällig, denn das Leben ist zu kurz für langweilige Gottesdienste. Und gleichzeitig ist „Gottesdienste testen“ eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: Weil die Wirkung eines Gottesdienstes auf die Teilnehmenden immer nur subjektiv erlebt werden kann, da ja meine Tagesform (und Gottes Tagesziel mit mir) ganz wesentlich mitbestimmen, was ich heute mitnehme.

    Ich finde, Remo Wiegand meistert diese Quadratur des Kreises durchaus respektabel, wie auch die anderen GD-Kritiken auf Zentralplus zeigen.

    Die Diskussion halte ich im günstigsten Fall für ein Missverständnis zwischen katholischer Tradition (wo es auch etwas zu schauen gibt) und reformierter Tradition, wo „sola scriptura“ das Wort das Ein und Alles ist.

    Auf mich wirkt das alles aber noch viel krasser: ich finde es eine eigentliche Hexenjagd auf einen Texter, der (in Anlehnung an das Märchen von des Kaisers neue Kleider) ruft: „DIE PFARRERIN IST JA SCHÖN!“ und der dann von den diensthabenden Emanzen und anderen politisch Korrekten gekreuzigt wird. Dabei ist es eine Binsenwahrheit: Schönen Menschen hören wir lieber zu. (wobei die Frage, was „schön“ sei, durchaus diskutiert weden darf.) Lesen Sie mal wieder das Hohelied! Dieses ist auch nicht politisch korrekt.

    Die zweite Binsenwahrheit ist: Wir hören nicht alle Pfarrerinnen und Pfarrer gleich gern. Wir haben unsere persönlichen Vorlieben. Das hat AUCH etwas zu tun mit dem Themenkomplex „Gottesdienstqualität“. Und darum wünsche ich mir mehr Kritiken reformierter Gottesdienste. In jeder anderen Branche sind „Manöverkritik“ (was war gut, was kann besser werden?) und Qualitätssicherung das Selbstverständlichste der Welt.

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    • Felix Weber
      Gepostet um 07:34 Uhr, 29. Dezember

      Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass sich meine Geschlechtsgenossen in einem Kontext wie diesem hier, immer noch getrauen, sich auf eine solche Art zu äussern.
      Ich gehe davon aus, dass ihnen dazu der Mut fehlen würde, wenn sie besagten Emanzen vom Dienst in die Augen sehen müssten.
      Auch möchte ich Ihren Mut sehen, einen solchen Satz einem entstellten oder nach Ihren Massstäben auch nur unschönen Menschen ins Gesicht hinein zu sagen: „Es ist eine Binsenwarhheit: Schönen Menschen hören wir lieber zu.“

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  • Hans-Peter Geiser ZH Pfarrer, Dr. theol. M. Div.
    Gepostet um 00:35 Uhr, 29. Dezember

    Stephan Jütte gegenüber entschuldige ich mich. Die vermeintliche Zensur zu Ralph Kunz’s „Voila“ mag eher ein technisches Problem sein. Zudem ist der Inhalt meiner Worte auch nicht derart gewichtig. Müde eh ob der vielen kirchlichen Worte auf Blogs, Facebook und anderswo. Die REALE Krise der CH Kirchen liegt heute viel tiefer, als derartig losgetretene Debatten um Sexismus und angemessene Formen der Gottesdienstkritik. Tragisch, dass darin die meisten theologisch wortlos werden. Gerade die, die oft tausendfach mit Worten zu christlicher Anthropologie nur so sprudeln. Der künstliche Wortspringbrunnen auf Facebook oder Blog lenkt höchstens davon ab, dass unsere heutigen Quellen in Sozialethik in Kirche in ihrer Tiefe am versiegen sind.

    Darüber täuschen keine tausend Worte hinweg.

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  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 11:01 Uhr, 29. Dezember

    Mann hat nie ausgelernt. Darum folgende Lese- und Seh-Tipps für sie. zusammengestellt von der FAMA-Redaktion:

    Hintergründe: http://webstory.zdf.de/sexismus/
    und Dokufilme: https://www.zdf.de/dokumentation/wie-sexistisch-sind-wir

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  • Verena Mühlethaler
    Gepostet um 11:10 Uhr, 29. Dezember

    Ich verstehe mich als feministische Theologin. Und ich war trotzdem erstaunt, über die teils heftigen und verurteilenden Reaktionen, die die Gottesdienstkritik und Replik von Remo Wiegand ausgelöst haben! Der tiefere Grund könnte sein, dass Körperlichkeit, Schönheit und Sexualität in unserer Kirche IMMER NOCH ein grosses TABU sind! Auch in unserer reformierten Kirche. Trotz Aufgeklärtheit und Feminismus – die ja gerade die Körperlichkeit gegenüber einem völlig vergeistigten Heilsverständnis wieder rehabilitieren möchte! Was Remo Wiegand ja genau getan hat!

    Ich finde auch nicht, dass Remo Wiegand despektierlich über die Pfarrerin Rahel Abrecht geschrieben hat. Sicher da und dort etwas zugespitzt, was ich für ein nichtkirchliches Publikum voll okay finde! Zudem hat er – wie er treuherzig offenbart – schon zwanghaft nach Sätzen und Erkenntnisse gesucht, die ihn ebenso berührten wie die Schönheit der Pfarrerin. Weil er natürlich auch wusste, dass man heute nicht bei Äusserlichkeiten stehen bleiben darf. Allein, es wollte ihm nicht gelingen – dafür ist er doch nicht anzuklagen!

    Ab und zu bekomme ich in meinem Pfarrerinnendasein auch Komplimente, die sich auf mein Äusseres beziehen. Ich freue mich darüber! Genau so, wie ich mich darüber freue, wenn ich merke, dass ich die Leute mit meinen Worten bewegen kann. Wobei im Gd die Worte nie losgelöst sind von der Körperlichkeit und Habitus der Verkünderin und dadurch IMMER auch beeinflusst werden (nach Kommunikationshteorien sind 90% des Übermittelten nonverbal……da bleibt nicht mehr so viel Inhalt übrig…leider :-)).
    Als ich eine Bekannte mal fragte, was ihr am Besten gefallen hat in meinem Gd, meinte sie: als ich an jener bestimmten Stelle lächelte. Und das obwohl ich den Inhalt meiner Predigt durchaus spannend fand…:-)

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    • Bruno Amatruda
      Gepostet um 15:07 Uhr, 29. Dezember

      Danke, Verena für Dein Votum!! Ich bin ähnlicher Meinung und hätte mich als Mann nicht getraut… ist auch ein wenig schräg, wenn die ganze Geschlechterdiskussion einen hemmt, gell, aber umso toller find ich, dass Du das als Frau und feministische Theologin schreibst.
      Gruss, Bruno

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 16:20 Uhr, 29. Dezember

      Liebe Verena
      Als „diensthabende Emanze“ bin ich nicht ganz deiner Meinung. Nur die Schönheit einer Pfarrerin hervorzuheben in einer Gottesdienstkritik ist für mich sexistisch. Oder war die Predigt der jungen Frau vielleicht wirklich so grottenschlecht? Der Lakmustest dafür ist, wie es wäre, wenn ein schöner Mann da vorne gestanden hätte als Pfarrer.
      Aber gell: Feministische Theologinnen dürfen ja gut und gerne unterschiedlicher Meinung sein!
      Mit frohem Gruss
      Esther.

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  • Manuel Schmid
    Gepostet um 14:46 Uhr, 29. Dezember

    Ach Herrje, man muss ja diese Gottesdienstkritik nicht gut finden – aber das Mass an Erschütterung befremdet mich doch etwas. Wenn die strittigen Äusserungen zum Aussehen einer Pfarrerin (nota bene handelt es sich nicht um Häme für ihre Hässlichkeit, sondern um das Hervorheben ihrer Schönheit… aber ja, ich weiss, ich weiss: auch Komplimente können eine Beleidigung sein…) sich wirklich schon für die »unterste Schublade« qualifizieren, dann kann ich den Betroffenen nur herzlich zu einem wohlbehüteten Leben gratulieren – und ihnen wünschen (das ist jetzt nicht zynisch), dass das Niveau der Kritik auch für den Rest ihres Lebens nicht unterboten wird. Ich persönlich musste da schon ganz anderes Kaliber verdauen.

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  • Bruno Amatruda
    Gepostet um 15:15 Uhr, 29. Dezember

    Vielleicht haben die Katholiken einfach einen entspannteren Umgang mit dem Thema? Und etwas Humor kann ja auch in kirchlichen Kreisen nicht schaden. Hier der Priesterkalender:

    http://www.huffingtonpost.de/2013/12/23/priester-kalender-2014-piero-pazzi-sexy_n_4490197.html

    Übrigens, als ich noch jung war, bekam ich an einer Abdankung auch Komplimente, die NICHT meine Predigt betrafen. Ich fand es nicht so schlimm, ehrlich gesagt 🙂 – Ach, ja, und einmal wurde ich mit Robert Redford verwechselt, aber sie war sehr stark sehbehindert.
    Sorry, das musste sein. Will sagen: entspannt Euch! (Falls ich jetzt exkommuniziert werde, kann ich mich ja bei den Katholen bewerben, die suchen grad einen Bischof, hab ich gehört).

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    • Verena Mühlethaler
      Gepostet um 17:19 Uhr, 29. Dezember

      In der Tat ein ungewohnter Kalender, Bruno – mit sehr schönen Priestern! 🙂 Wäre das ein Kalender mit Pfarrerinnen, dann gäbe es unter vielen Feministinnen wohl auch einen Aufschrei. Ich dachte, wir wären schon etwas weiter in der Genderdebatte…übrigens die betroffene Pfarrerin auch, Sie selber hatte laut dem Autor ja „keinerlei Probleme“ mit dem Text und meinte, dass ihre Generation das wohl lockerer sehe als die „Feministinnen“! Ist das nicht etwas paternalistisch – äh, maternalistisch – diese junge Frau nun eines „Besseren zu belehren“ ?!

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      • Esther Gisler Fischer
        Gepostet um 17:42 Uhr, 29. Dezember

        Dass ein Kalender mit Pfarrerinnen, fotografiert von einer Frau „unter vielen Feministinnen wohl einen Aufschrei“ hervorgrufen hätte bezweifle ich! Wenn es der „weibliche Blick“ ist, der sie trifft und sie sich so darstellen könnten, wie sich sich möchten, sähe ich darin kein Problem.
        In Bezug auf die Aussage der jungen Pfarrerin, welche sich gegen die „Feministinnen“ meinte abzugrenzen zu müssen, finde ich, dass sie dies selbstverständlich tun darf, dies jedoch nichts an der Tatsache ändert. dass sie publizistisch in die sprichwörtliche Pfanne gehauen worden ist.

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      • Madeleine Leu-Küpfer
        Gepostet um 17:56 Uhr, 29. Dezember

        Wie oft habe ich das erlebt, dass Frauen alles halb so schlimm fanden, dass sie sie in Schutz genommen und verteidigt haben, und die andere Frauen, denen das Lachen vergangen war, als humorlos und nicht so locker hingestellt haben.
        Es geht nicht um Komplimente, Frau Mühlethaler, nicht um Schönheit, erst recht nicht um irgendwelche Kalender, es geht darum, dass ein Mann, ein Theologe, der Gottesdienste bewertet, eine völlige andere Brille anzieht, wenn er eine Frau bewertet, als wenn er einen Mann bewertet. – Wir sind von wahrer Gleichwertigkeit noch weit entfernt.

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        • Manuel Schmid
          Gepostet um 14:58 Uhr, 30. Dezember

          Gleichwertigkeit und Gleichheit sind aber nicht dasselbe. Auf die Zeiten, in denen ein Mann eine Frau in genau derselben Weise anschaut, wie er einen anderen Mann anschaut, werden wir hoffentlich vergeblich warten – denn das würde doch voraussetzen, dass wir unsere eigene Geschlechtlichkeit und Sexualität verleugnen oder völlig ausblenden können. Das ist aber ebensowenig möglich wie nötig. (Und das gilt natürlich auch umgekehrt: Auch Frauen werden andere Frauen wohl nie mit derselben »Brille« anschauen, mit der sie Männer wahrnehmen.) Ein brauchbarer Begriff von »Sexismus« als einer Realität, die es zu bekämpfen und zu überwinden gilt, zielt auf die Benachteiligung eines Individuums aufgrund deren Geschlechts und nicht auf die Wahrnehmung sexueller Identität an sich.

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  • Michael Wiesmann
    Gepostet um 16:51 Uhr, 30. Dezember

    Die Frage ist doch schlicht: Ist es im Kontext einer Gottesdienst-Kritik angemessen, dass nach dem Lesen ebendieser in etwa folgendes bleibt: Schlichte Kirche, Pfarrerin hübsch aber noch etwas unsicher. Selbst mit viel Goodwill muss man sich fragen, warum sich Remo Wiegand derart auf das Äussere der Pfarrerin einschiesst. Und dass dann der Eindruck einer Reduktion entsteht, hat der Autor eines derartig einseitigen Berichtes sich selbst zuzuschreiben. Und ebenso die entsprechenden (meines Erachtens berechtigten) Reaktionen. Hätte es Alternativen gegeben für den Bericht? Ich würde meinen ja. Wieso fragt der Tester z.B. nicht nach, warum die Gemeinde findet, dass sie das gut macht, die neue Pfarrerin – wie er ja selbst im Artikel andeutet?

    Wenn für Herrn Wiegand eine schöne Pfarrerin derart erstaunlich ist, dass er die Verhüllung durch den Talar in den Raum stellt, dann ist das primär sein Problem. Wenn er daraus einen Artikel macht und diesen publiziert, dann wird es zum Problem einer öffentlichen Debatte. Sich aber dann auf einen Betroffenheits-Opfer-Subjektivismus zurückziehen zu wollen, ist schlicht unter aller Kanone.

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    • michael vogt
      Gepostet um 05:40 Uhr, 03. Januar

      ich würde eher sagen, wir befördern bischof bruno zum kardinal amatruda

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      • Anonymous
        Gepostet um 14:18 Uhr, 03. Januar

        Ich habs mir doch anders überlegt… 🙂
        Gruss, Bruno

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        • michael vogt
          Gepostet um 14:38 Uhr, 03. Januar

          ich verstehe das so: das betrifft nur das berufliche

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          • Anonymous
            Gepostet um 16:39 Uhr, 03. Januar

            genau…UND die kleidung: mit roten roben herum zu laufen scheint mir keine
            attraktive option zu sein… ;.)

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          • michael vogt
            Gepostet um 21:54 Uhr, 03. Januar

            aber das hemd (bild oben) finde ich gut

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  • michael vogt
    Gepostet um 05:34 Uhr, 03. Januar

    die gescannt wird, versetzt uns ins rechte verhältnis zu denen, durch die sie gescannt wird. oder ohne computersprache: die sich offenbart versetzt uns ins rechte verhältnis zu denen, durch die sie sich offenbart. prolongierte reformation. der anstoss dazu aus der katholischen kirche. was wollen Sie mehr?

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  • Marc Bonanomi
    Gepostet um 20:33 Uhr, 11. Januar

    Ich habe nur den Kopf geschüttelt ob dem abgehobenen intellektuell-geistigen verklärten Niveau vieler dieser Schreiber, Schreiber die das „et incarnatus “ vergessen haben, Gott in Jesus ganz menschlich. Gott auch in einer schönen Frau, deren Schönheit uns zur Freude geschaffen wurde. Eine Schönheit, die wir preisen dürfen. Genau so loben wir unsern Gott..

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  • Colorado window tinting
    Gepostet um 22:56 Uhr, 11. Juli

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