Was hat es mit Karfreitag und Ostern eigentlich auf sich?

Am 14. April ist dieses Jahr Karfreitag, am 16. April feiern wir Ostern. Karfreitag ist in Zusammenhang mit Ostern einer der höchsten Feiertage im Christentum. Das zentrale Thema an diesem Tag ist Jesu Kreuzigung, sein Leiden und Sterben. So ist auch der Name „Karfreitag“ vom althochdeutschen Wort „kara abgeleitet, was soviel wie „Leiden bedeutet. An Ostern feiern wir dann Jesu Auferstehung. Viele Menschen können mit diesen christlichen Festtagen nicht mehr viel anfangen. Was hat es denn mit der Kreuzigung und Auferstehung Jesu genau auf sich?

 Braucht es den Karfreitag zwingend, damit Ostern funktioniert?

Dass Jesu Kreuzigung ein historisches Faktum ist – die Römer betrachteten Jesus als Rebellen, die jüdische Obrigkeit sah in ihm einen Aufwiegler gegen die Tempelfrömmigkeit – ist unbestritten. Für uns Christen aber ist die nachösterliche Interpretation seiner Kreuzigung von Bedeutung. Das heisst, erst von Ostern her, also vom Auferstehungsgedanken her betrachtet, kann Jesu Tod als Heilsereignis verstanden werden. Durch die Auferstehungsbotschaft haben wir also einen anderen Blick auf dieses Ereignis. Der Karfreitag, die Abwesenheit von Gott, die im Markusevangelium (Mk 15, 33) anschaulich und eindrücklich durch eine dreistündige Finsternis (Abwesenheit von Licht) beschrieben wird, in der Jesus am Kreuz mit dem Tode ringt, ist eine menschliche Erfahrung, die wir alle machen. Es gibt Zeiten in unserem Leben, in denen es dunkel wird und wir nicht mehr als die Macher unseres Lebens dastehen, wo wir nicht mehr alles im Griff haben, wo uns unser Leben zu entgleiten droht. Täler der Verzweiflung, der Hoffnungslosigkeit und der Angst tun sich auf. Lieblosigkeit macht sich breit. Wo aber die Liebe stirbt, da wird es dunkelste Nacht. So war es damals, so ist es heute. Die Frage ist, ob es für uns wieder Ostern wird. Als Christen hoffen wir, dass es keinen Karfreitag gibt, der nicht durch Ostern in ein neues, helles Licht gerückt wird. Das gilt heilsgeschichtlich, das gilt aber auch für mich ganz persönlich. In Jesu Leiden und Sterben und in seiner Auferstehung zeigt sich Gottes Gesicht. Zwei schöne Bilder dafür sind zum einen die Finsternis, die genau in dem Augenblick vorbei ist, als Jesus am tiefsten Punkt seines Lebens angelangt ist und Gott anklagt, zum anderen der Vorhang, der im Tempel in genau dem Moment zerreisst, als Jesus stirbt.

Die Finsternis ist vorbei

„Und von der sechsten Stunde an war eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: „Eli, eli, lama, sabachtani“ – das heisst: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15, 33-34)

Seltsam. Die Finsternis weicht genau in dem Augenblick, als Jesus sich mit den Worten aus Psalm 22 Gott selbst in die Arme wirft. Ausgerechnet als seine Verzweiflung am grössten ist, als er seine Klage herausschreit, da ist die Finsternis vorüber. Da fällt wieder Licht auf die Szenerie. Ein Licht der Hoffnung, des Glaubens, des Vertrauens.

 

Der zerrissene Vorhang

„…Jesus aber stiess einen lauten Schrei aus; dann starb er. Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. (Mk 15, 37-38).

Ein unglaublicher Vorgang, weil nur ein einziger Mann, der Hohepriester, ein einziges Mal im Jahr für wenige Sekunden hinter diesen Vorhang ins „Allerheiligste“ gehen durfte – dem unnahbaren Ort, an dem Gott gegenwärtig war. Der Hohepriester bat dort mit tierischen Opferblut um die Vergebung für die Sünden des Volkes. Durch Jesu vollkommene Hingabe bis hin zu seinem Kreuzestod jedoch, wurde der Weg in die Gegenwart Gottes, der Weg zu einer persönlichen Beziehung zu Gott eröffnet! Der trennende Vorhang war zerrissen. Von oben bis unten. Ein für alle Mal. Gott selbst hat ihn zerrissen. Er ist jetzt da, wo Christus stirbt und aufersteht. So gesehen ist dies eine neue Gegenwart Gottes.

Der im Jahre 2015 verstorbene Priester und Künstler Sieger Köder hat eben diesen zerrissenen Vorhang zum Thema seines Bildes gemacht. Die beiden Seiten des Vorhangs hat er nicht als Stoff dargestellt, sondern als beschriebenes Pergament. Es ist der alte Bund, der hier zerrissen ist. Das vom Gesetz verordnete Priestertum ist überflüssig geworden, der Weg zu Gott ist nun für jeden frei.

 

Jesus in den Rissen und Brüchen unseres Lebens, als Weg, als Tür, als Brücke

Betrachtet man die Schärpen des zerrissenen Vorhangs als seitliche Umrahmung des Bildes, rechts und links als zwei Landschaften, so ist der gekreuzigte Christus in der Mitte der Weg (Joh 14, 6). Sieht man die Schärpen als den Rahmen eines Durchgangs in etwas noch dunkles, unbekanntes Neues, so ist der gekreuzigte Christus die Tür (Joh 10, 9).

Betrachtet man die beiden Schärpen als zwei voneinander getrennte Welten, so ist der gekreuzigte Christus die Brücke. Jesus Christus steht in den Rissen unseres Lebens – als Weg, als Tür, als Brücke. Er steht im Riss meines Lebens. Er steht im Riss meiner Gebrochenheit, meiner Unvollkommenheit, meiner Krankheit. Und er steht für mich ein in den Rissen und Brüchen meines Lebens.

 

Die Liebe ist stärker als der Tod

An Karfreitag stehen wir am Wendepunkt des Menschengeschlechts. Diese Wende kulminiert in Jesus letzten Satz „Es ist vollbracht. “ (Joh 19, 30) Diese letzten Worte werden zum Fundament für ein neues und erlöstes Leben. Demnach haben wir nichts mehr zu verlieren, was nicht schon in Jesus Christus gewonnen ist. Darin liegt für mich die Grundlage unseres Osterglaubens: Die Beziehung zu Gott ist stärker als der Tod; die Liebe ist stärker als der Tod. Das ist das Evangelium. Das ist die frohe Osterbotschaft.

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17 Kommentare
  • michael vogt
    Gepostet um 06:47h, 15 April Antworten

    unbestritten? dass es jesus war, der gekreuzigt wurde, wird von sehr vielen bestritten. für mich ein hinweis darauf, dass seine geschichte eine unvollständige offenbarung ist, auf die relativität des christentums. bestritten wird auch, dass das römische reich in jesus einen rebellen sah in dem sinne, dass eine rechtsgrundlage zu seiner festnahme bestanden hätte. die initiative, wird gesagt, sei bei der jüdischen obrigkeit gewesen. ich zweifle daran, dass das eigentliche motiv die tempelfrömmigkeit war. den tieferen grund vermute ich in der befürchtung, dass durch die bewegung, die jesus auslöste, das kleine jüdische staatswesen noch mehr unter den druck der römischen gewaltherrschaft geraten könnte. jesus der gute, die jüdische obrigkeit die böse – dieser dualismus kann so, nehme ich an, nicht weiterbestehen. ebenso der des gekreuzigt und nicht-gekreuzigt nicht. als der hauptmann bei markus sah, wie er starb, sagte er: „dieser war in wahrheit gottes sohn.“ ob wir nun in jesus den sohn gottes sehen oder einen menschen, der nicht kategorial anders ist: die kreuzigung ist nicht erst von ostern her bestandteil der heilsgeschichte. soweit der karfreitag. ich hoffe, dass es in andern reaktionen auf Ihren dankenswerten beitrag mehr ostern wird.

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    • Corinne Duc
      Gepostet um 10:26h, 15 April Antworten

      Mich dünkt, dass diese Geschichten gar nicht dazu geeignet sind, mittels Messlatte und Annalen metrisch und historisch fixiert (und behauptet) zu werden. Sondern sie sollten unser Verständnisvermögen weiten, alternative Verstehensmöglichkeiten aufzeigen, als Gleichnisse immer neue Betrachtungsweisen eröffnen, vor allem auch auf uns selbst. Und natürlich vieles mehr.
      Wenn man den Sinn in der historischen Vergangenheit festzunageln sucht, hat man ihn vielleicht immer schon wesentlich verpasst. Historisch festgeschraubte Ideen dienen oft der Verankerung von ansonsten ziemlich haltlosen (und insbesondere insbesondere Sündenbock-) Ideologien. Da lässt sich die Schuld so fein den anderen zuschieben: Die Juden, die Heiden… sie wissen ja schon.

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      • Corinne Duc
        Gepostet um 11:26h, 15 April Antworten

        Liest man das Mk-Evangelium aufmerksam, fällt auf, dass sich in der Haltung der Jünger spiegelt, was in der äusseren Handlung den „Pharisäern“ und (engstirnig, rigide agierenden und eigentlich auf Eigennutz ausgerichteten) „Schriftgelehrten“, später aber auch dem einheimischen „Volk“ ganz allgemein angesichts der Verurteilungsprozesse zugeschrieben wird. Der „Pharisäer“ / die „Pharisäerin“ in uns – vielleicht die grösste Gefahr für die Entwicklung christlicher Traditionen?

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      • Claudia Mehl
        Gepostet um 12:47h, 15 April Antworten

        Da bin ich ganz bei Ihnen, Frau Duc. So habe ich auch von den beiden BILDERN „Finsternis“ und „zerrissener Vorhang“ gesprochen. Das Bild vom Vorhang, den Gott selbst zerrissen hat und somit den Weg zu ihm für ALLE Menschen frei gemacht hat, gefällt mir besonders gut. Dies impliziert klar, dass wir uns selbst für Gott, der die Liebe ist, entscheiden können aber auch selbst für unser Handeln und Tun verantwortlich sind und somit auch die Konsequenzen dafür zu tragen haben. Nun wissen wir, dass wir durch unser Handeln immer wieder – bewusst oder unbewusst – Schuld auf uns laden – und was es heisst, mit Schuldgefühlen zu leben, weiss mehr oder weniger auch jede(r) von uns. Und da sagt uns nun das Bild von Jesus, der gestorben ist, um unsere Schuld auf sich zu nehmen: „ihr werdet immer wieder Schuld auf euch laden, aber wenn ihr euch für mich entscheidet, nehme ich sie euch ab oder besser, ich helfe euch bei der Aufarbeitung.“ – mit Luthers Worten ausgedrückt: simul justus et peccator /Jeder ist Gerechter und Sünder zugleich. Damit ist sicherlich keine Sündenbockideologie oder ein Schuldabschieben gemeint, sondern im Gegenteil, es wird uns vielmehr die Möglichkeit der Selbstreflexion und die Möglichkeit der Umkehr gegeben. Im Prinzip ist dies wie ein Resetknopf, der uns immer wieder die Möglichkeit gibt, von vorne, von neuem zu beginnen – ein neues Leben zu beginnen. Und damit wären wir nun bei der Auferstehung und somit bei Ostern. Insofern muss ich Ihnen, Herr Vogt, widersprechen: Jesu Tod ist schon erst vom Auferstehungsgedanken her als Heilsereignis zu verstehen.

        Frau Duc, auch ihrem zweiten Beitrag bzgl. Pharisäer stimme ich voll und ganz zu.

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        • michael vogt
          Gepostet um 17:50h, 15 April Antworten

          das bild
          gestern schwarz weiss
          heute farbe
          das ist kunst
          .
          tod und auferweckung
          e i n ereignis (e. jüngel)
          bedenkenswert
          .
          auf dem wort des haupmanns
          den nicht historisch ich behaupte
          aber eine damalige erfahrung repräsentierend
          hätte auch eine religion sich aufbauen können
          und hat sich ja vielleicht
          .
          die rede von der auferweckung
          aufgrund der wahrnehmung
          wie er starb

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          • michael vogt
            Gepostet um 02:45h, 16 April

            noch zum bild
            .
            die göttin nimmt ihn zurück
            woher er kam

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        • Corinne Duc
          Gepostet um 18:20h, 15 April Antworten

          In dieser Hinsicht stellt sich die Frage, ob es wirklich sinnvoll und nötig sei anzunehmen, dass ein Mensch oder sonst irgendein Wesen gefoltert und getötet werden muss, damit uns “unsere Sünden vergeben” werden. Oder ob es nicht genügt, das Kreuz als Mahnmal und Erinnerung daran hochzuhalten, dass, obwohl wir uns immer wieder mit Schuld beladen (und mit Schuld beladen werden), aufrichtige Reue und Vergebung grundsätzlich möglich ist – mithin, wenn man so will, neues Leben.
          Schöne Ostern allerseits!

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          • michael vogt
            Gepostet um 19:31h, 15 April

            nach paulus lebt die menschheit in dieser weisheit, merkt es aber nicht. darum muss sie darauf aufmerksam gemacht werden. die vergebung der sünden geschieht dadurch, dass wir als sünder sterben, die rechtfertigung der gottlosen dadurch, dass wir als gottlose sterben. das ist zugleich eine verwandlung. das wird heute kaum mehr gesagt. aber ist religion nicht immer wieder ein etwas sehr harmloses? wir brauchen den tod vom kriminalroman bis zum terror. die elementarste befreiung: buddha starb währen des lebens und erwachte. das macht verständlicher, warum der durch den tod von christus verursachte tod während des lebens als erlösung bezeichnet wird. was uns heute vielleicht nahe liegt, ist das biochemische korrelat: der tod während des lebens ist eine „droge“, die all unsere drogen im weitesten sinne des worte erübrigt, insbesondere uns die welt anders wahrnehmen lässt, so dass wir gerne darin leben, ohne dass wir sie dabei zu zerstören brauchen. so problematisch das thema tod ist, so verheissungsvoll ist eben auch.

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          • Corinne Duc
            Gepostet um 16:02h, 16 April

            Vielleicht sollten wir einfach anerkennen, dass verschiedene Menschen zu verschiedenen Zeiten oder in verschiedenen Lebensphasen verschiedene Bilder brauchen, um (sich) beispielsweise etwas von der grenzenlose Liebe Gottes vorstellen zu können. Ebenso wie die katholischen Kirchen dereinst (nicht nur beim ökumenischen) Abendmahl offen dazu stehen werden müssen, dass sich einE jedeR dabei denken dürfe, was ihm oder ihr angemessen scheint.

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          • michael vogt
            Gepostet um 21:14h, 18 April

            @19:31h, 15 april: noch ein „es“ für den letzten satz

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          • Esther Gisler Fischer
            Gepostet um 14:37h, 21 April

            Die Sündopfertheologie ist zutiefst menschenverachtend. Zudem möchte ich nicht, dass jemand für meine Fehler gestorben ist. Gerade das würde bei mir einen Schuldkomplex auslösen!

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      • Esther Gisler Fischer
        Gepostet um 17:22h, 20 April Antworten

        Ja, ganz genau: Da stimme ich Ihnen gerne zu Frau Duc: In der christlichen Theologie besteht immer die Gefahr des Antijudaismus. Diesen bearbeitet hat in den 90er Jahren die Feministische Theologie, Leider ist diese jedoch im akademischen Milieu immer noch zu wenig präsent. Diese fehlende Perspektivenvielfalt beklagt auch die Mitbloggerin Laura Klingenberg zu Recht in ihrem Beitrag: https://www.diesseits.ch/i-cant-keep-quiet-eine-studentische-perspektive/
        Anlässlich einer Weiterbildung musste ich mir auch schon ein Referat anhören, das den grässlichen Titel trug: „Die Herrlichkeit des Gekreuzigten“. Bei einer Folterszene sehe ich nichts Glanzvolles. Im Gegenteil wird durch deren Überhöhung Opfer auch heutzutage dadruch gerechtfertigt.

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 07:51h, 15 April Antworten

    Ausgerechnet gestern musste ich ein Baby segnen, das tot geboren wurde. Für die Eltern der schwärzeste Karfreitag! Und doch wünschte mir der Vater bei der Verabschiedung: „Frohe Ostern!“. Das hat mich tief bewegt und begleitet mich weiter. Für mich wird damit auch ein Bogen zum Beitrag von Peter Winiger geschlagen: Gerade die Sehnsucht nach dem, was im Moment nicht erlebt werden kann, entwickelt manchmal eine ungeheure Kraft: „Frohe Ostern“ gesprochen unter Tränen. Selten ist mir eine Erfahrung so nahe gegangen. Eine Karfreitags- und Osterpredigt in einem, die mir das Leben hielt.

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  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 16:36h, 15 April Antworten

    Karfreitag in den Worten der durch Krebs allzu früh verstorbenen Engadiner Schrdigtstellerin LUisa Famos:

    Hoz ais Venderdi Sonch
    Poust Tü ans pardunar
    Scha dapö duamilla ons
    Ais minchadi cha Dieu ans dà
    Venderdi Sonch

    Cun nos pensar
    Cun nos agir
    Cloccain las gottes d’fier
    Ain in Tia charn

    Ingün nu süjainta
    Las süurs
    Chi culan
    Sur Tia fatscha gió
    Ingün nu bogna
    Tia bocca
    Cun aschaid
    Maindir cun aua frais-cha

    Teis Bap
    Nu vezza oter
    Co cha Seis figls
    At fan murir
    D‘ üna mort
    Sainz‘ üna fin …

    Venderdi Sonch ais hoz.

    In der deutschen Übertragung von Anna Krth und Jürg Amann:

    Heute ist Karfreitag
    Vergibst du uns
    dass seit zweitausnend Jahren
    jeder Tag den Gott uns gibt
    Karfreitag ist

    Mit unseren Gedanken
    mut unseren Taten
    schlagen wir die eisernen Nägel
    in Dein Fleisch

    Niemand trocknet Dir
    den Schweiss
    vom Gesicht
    Niemand netzt Dir
    den Mund
    mit Essig
    zu schweigen
    mit frischem Wasser

    Dein Vater
    muss zusehen
    wie Seine KInder
    Dich sterben lassen
    eines
    endlosen Todes …

    Karfreitag ist heute

    aus: Luisa Famos Poesias/ Gedichte Verlag Arche, Zürich 1995

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 18:21h, 15 April Antworten

    Aber Ostern ist auch heute.

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 00:35h, 16 April Antworten

      Ja klar. Und deshalb nach der Osternachtliturgie nun gleich noch dieses Ostergedicht von Marie-Luise Kaschnitz:

      Manchmal stehen wir auf
      Stehen wir zur Auferstehung auf
      Mitten am Tage
      Mit unserem lebendigen Haar
      Mit unserer atmenden Haut.
      Nur das Gewohnte ist um uns.
      Keine Fata Morgana von Palmen
      Mit weidenden Löwen
      Und sanften Wölfen.
      Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
      Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
      Und dennoch leicht
      Und dennoch unverwundbar
      Geordnet
      in geheimnisvolle Ordnung
      Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

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  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 14:52h, 21 April Antworten

    ‚The church lost the plot when it stopped following Jesus and started worshipping him‘. (unknown southafrican feminist theologian)

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