Credo

Zum Fest der Dreifaltigkeit

Es gibt Zeiten, da sind wir einfach glücklich. Wir möchten Danke sagen und wissen nicht wem, denn ein Mensch hat es uns nicht geschenkt. Es ist das Leben selbst, das uns das Glück erleben lässt.

In dieser Dankbarkeit spüren wir etwas von Dem, der uns und alles geschaffen hat und der sein grosses „Ja“ auch über unser Leben stellt.

Ich glaube an Gott, den Schöpfer.

Es gibt Zeiten, da fühlen wir uns wie in einer Sackgasse gefangen und wir möchten um Hilfe rufen. Aber wir wissen nicht wen, denn für einen Menschen ist kein Ausweg sichtbar.

In dieser Not erinnern wir uns an etwas, das tief in uns ruht und das wir nur vergessen haben: dass wir letztlich getragen sind in dieser Welt und dass Gott uns entgegen kommt:

Ich glaube an Jesus Christus, seinen Sohn.

Mitten in unserem Alltag und zu jeder Zeit, da gibt es so etwas wie eine Türe, durch die wir gehen können. Das ist das Gebet zum lebendigen Gott. Er ist gegenwärtig. Wir sind immer wieder abwesend. Wir sind mit unsern Sorgen schon in der Zukunft oder drehen uns noch um das Vergangene. Aber wir können uns öffnen für ihn, uns in seine Gegenwart stellen und spüren: Er ist da. Er ist das Geheimnis der Wirklichkeit. Er trägt alles und auch unser Leben. Wir können alles ihm anvertrauen. Er ist ein lebendiger Gott. –

Ich glaube an Gott, den Heiligen Geist. Amen

 

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11 Kommentare
  • Reinhard Rolla
    Gepostet um 08:00h, 11 Juni Antworten

    „Glaubensbekenntnisse“ sollten meiner Meinung nach ehrlicherweise nur noch im Ich-Stil und also intim-persönlich verfasst sein. Dann dürfen sie auch „vorsintflutlich“ sein oder sogar abstrus.

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  • THOMAS GROSSENBACHER
    Gepostet um 09:02h, 11 Juni Antworten

    „«Me, myself and I», sagen die Engländer, wenn einer nur von sich selber redet. Ich, wir und der Schreibende, sagen Journalisten, wenn sie über sich selbst schreiben. Doch das Wir und das Partizip Präsens sind eine Zumutung, und das Ich sollte im Journalismus die Ausnahme bleiben. Nur grosse Texte vertragen ein Ich.“
    So gelesen in einer aktuellen Sonntagszeitung. Der Zusammenhang erscheint auf den ersten Blick gänzlich anderes. Aber …
    Die Kirche hat sich mit dem Credo (1. Pers. Singular!) immer schon schwer getan. Sie sagt credo und lässt es im Chor sprechen. Die theologischen Vordenker meinen also „credimus“ -(1. Pers. Plural). oder gar im Auftragston – Imperativ – credite, Glaubt, was sich zu glauben gehört.
    Geschrieben steht aber credo und das wird dann so ins Deutsche übersetzt: ich glaube. Dabei könnte es auch gerade so gut oder noch besser heissen: ich vertraue. Es so ins Leben zu übersetzen geschähe mit gutem Grund und im überlegten Bewusstsein, dass im Alten, wie im Neuen Testament „glauben“ und „vertrauen“ Synonyme sind.
    Allerdings liesse sich im Raum des Vertrauens noch weniger verbindlich behaupten, was Inhalt und Sache ist.
    Ein kollektiv gesprochenes „Ich“ wird vor diesem Hintergrund noch unbrauchbarer.

    Es ist eine alte und gute Erkenntnis: Geschichten – gerade auch biblische – schaffen mehr Vertrauen als abstrakte Konstrukte der Dogmatik. Der gute Faden am Konstrukt der Dreieinigkeit ist, dass es dem Geheimnis des Vertrauens einen weiten Raum auftut. Dass es ausgerechnet ein dreidimensionaler, personaler Raum ist, hat weitgehend auch mit unseren beschränkten Denkstrukturen zu tun. Darum Vorsicht: Zuviel Inhalte in diese Struktur zu pressen schadet dem guten Ansinnen. Der Raum bleibt in seiner unüberfüllten Weite offen genug für unsere Menschwerdung. Und gerade hier ist noch einiges an Vertrauen bitternötig.

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    • Seraphim Weibel
      Gepostet um 10:32h, 11 Juni Antworten

      Brilliant danke. Hier noch meine Erweiterung: Im heutigen Sprachgebrauch heißt ‚glaube‘ ’nicht wissen ‚. Das Wort glauben zu verwenden schadet der dachte selbst, sagt es doch das der Absender doof und die Sache eine absurde Fantasie die real sein soll und erst noch allgemein gültig sein soll,also peinlich und hässlich ist. Weg damit auf den Komposthaufen der Geschichte. Die spirituelle Erfahrung ist aber eben konkret, eine Erfahrung auf die ich vertraue weil sie eine persönliche Bedeutung hat. Und damit ist die Sprache zeitgemäß und mit der aktuellen psychologischen Forschung auf der Linie, so wird eine kostbare Ressource daraus.

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 09:14h, 11 Juni Antworten

    Erst war ich etwas erstaunt, dass der heiligen Geistkraft so wenig Raum vergönnt ist in diesem Beitrag. Doch nach etwas Ueberlegung denke ich: Das ist gut so.

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  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 10:03h, 11 Juni Antworten

    Zeit wieder mal für das nachapostolische Glaubensbekenntnis von Kurt Marti:

    Ich glaube an Gott, der Liebe ist, den Schöpfer des Himmels und der Erden.
    Ich glaube an Jesus, sein Mensch gewordenes Wort, den Messias der Bedrängten
    und Unterdruckten, der das Reich Gottes verkündet hat und gekreuzigt wurde,
    deswegen ausgeliefert wie wir der Vernichtung des Todes.
    Aber am dritten Tage auferstanden, um weiterzuwirken für unsere Befreiung,
    bis dass Gott alles in allem sein wird.
    Ich glaube an den Heiligen Geist, der uns zu Mitstreitern,
    zu Brüdern und Schwestern derer, die für Gerechtigkeit kämpfen und leiden.
    Ich glaube an die Gemeinschaft der weltweiten Kirche,
    an die Vergebung der Sunden,
    an den Frieden auf Erden, für den zu arbeiten Sinn hat,
    und an eine Erfüllung des Lebens über unser Leben hinaus.

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    • Seraphim Weibel
      Gepostet um 10:45h, 11 Juni Antworten

      Das Ding ist überholt. Gott ist nicht nur für die unterdrückten, Gott wird nicht sondern ist, dass Leiden und Armut ist überbewertet. Die Vermischung von historischem Pathos und zeitgemäßen Lebenswelten wirkt skurril. Dieses vor Dank triefen ohne dich selber als verantwortlichen handelnden zu sehen ist auch weibisch unterwürfig. Vielleicht war das 1960 ziemlich en vogue,die Sprache halbwegs zu aktualisieren. Es wäre sinnvoller die EMRK zu bekennen. Ich weis ich provoziere, dass nur darum um Aktualisierung anzuregen und nicht stehen zu bleiben.

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      • Esther Gisler Fischer
        Gepostet um 17:15h, 12 Juni Antworten

        Wie kann man/frau Leider überbewerten lieber Herr Weibel? Die klassischen Befreiungstheologien prklamierten die „Option für die Amen“. Machen Sie sich schlau!Im Text von Kurt Marti sehe ich keinen „Dank triefen“ und zu „Mitstreitern“ ruft Kurt marti ja explizit auf! Und wo Sie das „weibsich unterwürfige“ herhaben, weiss ich nicht. Diese Eigenschaft erlebe ich persönlich als nicht einem Geschlecht zuordenbar. Sich zur EMKK und den Menschenrechten überhaupt zu bekennen, schliesst ja nicht aus, ein Credo beten zu wollen, das aktualisiert ist.

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  • Seraphim Weibel
    Gepostet um 11:00h, 11 Juni Antworten

    Der Text ist nett, Poetisch. Ich nehme an wenn in jemand öffentlich macht dann um darüber zu reden, sonst würde der author dies nicht tun. Als Diskussionsgrundlage finde ich den Text nützlich weil er angestaubt und naiv ist. Ich spüre Gefühl der Sehnsucht und des Verehrung des Lebens. Das ist schön. Wenig konkret. Was will der author darüber hinaus damit? Bekennen? Was? Da sehe ich ein Sammelsurium von unkonkreten Wörthülsen. Trost und Hoffnung angerichtet wie verkochte Spaghetti. Ok. Was soll bekennt werden? Ich denke die würde des Lebens und die eigene Position dazu wären ein Anfang. Dazu etwas Verantwortung. Dank für das Geschenk der eigenen Existenz ist sicher auch angebracht. Dann vielleicht noch die Vergänglichkeit und die Gemeinschaft. Ev. Noch Lebensfreude und Achtsamkeit im Umgang. Die Diskussion führe ich gern. Und es wäre schön dass Ergebnis des Prozesses poetisch verarbeiteten.

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  • Anita Ochsner
    Gepostet um 09:48h, 12 Juni Antworten

    Mir gefällt dieser Beitrag, so wie er hier geschrieben ist. eine Einladung zum credo. Im „Wir“ fühle ich mich eingeladen dazu ihn zu lesen, und in mir meine innere Türe zu dem was die Worte sagen öffnen zu lassen. Ein zu treten. Wäre er gleich in der 1. Pers. Sing. geschrieben, hätte er m.E. nicht diese Wirkung.
    Er erzeugt in mir, Bilder, auch innere Bilder, Erinnerung und Gefühle zu dem was ich schon erlebte, und erlebe. Wie wohl jeder_r oder viele Menschen erleben, ganz individuell mit den je ganz eigenen pers. Schicksalen Sackgassen und Freuden und vielem mehr, und Dankbarkeit empfinden, im Laufe des Lebens.
    Jetzt las ich ihn im „Ich“ (1. Pers. Singular) Dann wird dieser Text auch zum Credo, zum Persönlichen. Da trete ich ein, durch die offene Tür, bin durch die Tür gegangen.

    Einfach. Danke für diesen Text, wie ein Erinnern auch, Einladung zum Gebet, zum Credo, mitten im Alltag… „Türe zu öffnen“ dieses Bild erinnert, berührt mich.

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  • Peter Winiger
    Gepostet um 10:34h, 12 Juni Antworten

    Sehr geehrter Herr Rolla, vielen Dank für ihre Kritik.
    Vielleicht ist Ihnen entgangen, dass die Bekenntnis Sätze in meinem Text in der ersten Person Singular gehalten sind. Ich stelle sie nochmals zusammen:
    „Ich glaube an Gott, den Schöpfer.
    Ich glaube an Jesus Christus, seinen Sohn.
    Ich glaube an Gott, den Heiligen Geist.“

    Wer mit Taufeltern oder Konfirmanden ein Glaubensbekenntnis erarbeitet, sieht, dass es dafür viele Formen gibt. Da gibt es situative Sätze, die die Situation des Redenden umschreiben, und Bekenntnis-Sätze, die sein Vertrauen ausdrücken, wie er in diesen Situationen bestehen will.

    Das Bekenntnis einer Konfirmandin
    Als Beispiel ein Glaubensbekenntnis einer Konfirmandin:

    „Eusi Familä, eusi Fründe, diä all begleited eus und sind für eus da,
    aber wänns nümm wiitergaht, denn simmer no lang ned verlohre.
    Ich glaube, dass Gott für eus da isch, mer sind nie allei, au wänn mir das dänked.
    Er hätt eus gschaffe und laht eus nöd im Stich.

    Ich glaube, Gott hilft eus immer ufzstah, au wemmer no so tüüf gheit sind.
    Und egal wievil mal mir öppertem weh ta hend, er vergit eus immer.
    Er hilft eus au de andernä Lüüt z vergäh, er git eus dä Fride dezue.
    Bi Gott isch alli Truur, alle Hass und di ganz Wuet vergässe, vor Gott sind all glich.

    Mir all gschpüüred, es gaht wiiter, aber mer sind nöd allei, Gott gaht mit eus.
    Mängisch füehrt er eus, mängisch isch er eifach näbe draa, aber er isch daa.
    Er zeigt eus all die Sache wo eus glücklich mached und hilft eus s’Schlächte z vergässe.
    Ich glaube, das Gott für eus immer und überall da isch und eus leited.“

    Das trinitarische Muster scheint in diesem Credo noch durch. Aber es ist kein dogmatisches Credo, kein Text, mit dem eine Glaubensgemeinschaft einen Kanon aufstellen will um die gemeinsame Überzeugung gegen Abweichungen abzusichern.

    Es bringt jenes Grundvertrauen zum Ausdruck, mit dem der junge Mensch seinen Alltag bewältigen und die Umwälzungen bestehen will, in denen er steht.
    Und Pubertät, Berufswahl, Erwachsenwerden, sind Umwälzungen genug. Manchmal steht für das Empfinden „alles“ in Frage. Darum brauchen junge Menschen einen Glauben, der „alles“ umfasst. Das neuzeitliche Metaphysik-Verbot ist situativ aufgehoben. Hier muss einfach von „allem“ die Rede sein – und wie das „Ich“ seinen Platz darin findet.

    Der Urknall des Glaubens
    Das Gebet ist der Urknall des Glaubens. Da wird eine ganze Welt von Bedeutungen und Beziehungen gesetzt. Der Betende fasst alle Wirklichkeit in einem „Du“ zusammen, und alle möglichen Situationen zu einer „Welt“ von Situationen, in denen er sich bewegt. Und das „ich“, das so unsicher ist, das sozial und psychologisch noch kaum zu einer festeren Form gefunden hat – hier begegnet es dem Allerhöchsten und gewinnt so eine Würde, die ihm alle Psychologie und alle soziale Verankerung nicht geben kann. Und so kann es in diese unsichere Welt hineingehen und auch sozial und psychisch einen festen Stand gewinnen.

    Schon kleine Kinder brauchen ein Konzept von „allem“, das gibt den Rahmen ab, in dem sie stehen. Das gibt einen Ort an, wo sie sich finden und das „Du“, aus dem sie sich verstehen lernen.
    Es ist daher völlig absurd, eine Theologie ohne Metaphysik entwerfen zu wollen oder Gott für „tot“ zu erklären, nur weil er mit den Methoden der Zeitgeist-Philosophie nicht erwiesen werden kann. Schon die Kinder bewegen sich in dieser Landschaft. Und sie finden, was sie brauchen. Mit oder ohne Kirche.

    Ich glaube
    Das „ich“ ist wichtig in den Bekenntnis-Sätzen aber auch das „glaube“. Mit dem Satz „ich glaube“ verankere ich mich in etwas, das grösser ist als ich. Gerade dadurch wird ein „ich“ geboren oder neu formiert, das Infragestellungen besser begegnen kann.

    So war ich als Pfarrer immer glücklich, wenn es gelungen war, mit Konfirmanden oder Taufeltern ein Glaubensbekenntnis zu formulieren. Auch Taufeltern sehen sich grossen Infragestellungen gegenüber. Sie sind in einer Aufbauphase, wo der Beruf grossen Einsatz verlangt und die Partnerschaft zu einer Familie wird. Das bringt immer wieder Krisenerfahrungen mit sich, wo es gut ist, wenn ich weiss, wo ich mich wieder finden kann.

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  • michael vogt
    Gepostet um 17:43h, 12 Juni Antworten

    nicht mehr vater, sondern alles (1kor 15.28), heisst ganz wesentlich und grundlegend auch vater. ist nicht zuerst die offenbarung, daraus vertrauen und erkenntnis, und daraus dann das gebet?

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