Fragen, die nach Fragen fragen

In interreligiösen Gesprächen wird das Christentum immer charakterisiert als ein Glaube, der um „Christus“ kreise. Hier werde er als „Messias“ („Christus“) gesehen, im Unterschied zu andern Religionen, und als „Sohn Gottes“. So habe er selber an der Gottheit teil, was ein Problem darstelle für streng monotheistische Religionen.

Wo wird das heute in der Kirche geglaubt? Die Darstellung nach aussen stellt Fragen auch nach innen. Wo wird eine so hohe Christologie gepredigt im reformierten Raum? Ich höre in Gottesdiensten vom historischen Jesus, der ein Wandercharismatiker gewesen sei, ein Weisheitslehrer oder ein Sozialrevolutionär. In der Theologie, so lese ich, ist der „historische Jesus“ inzwischen verabschiedet und durch den „erinnerten Jesus“ ersetzt worden. Werden die hohen dogmatischen Traditionen der Vergangenheit so eingeholt auf Kanzel und Katheder?

 

Gebet und Kirche

Wie will man zu ihm beten? Was macht man mit der Zusage der Gebetserhörung Johannes 15? Ohne eine anspruchsvolle Christologie ist das nicht zu haben. Und doch ist das Alltag für viele Menschen und ein Minimal-Erfordernis für einen christlichen Glauben, mit dem sich leben und sterben lässt. Darum geht das auch die Laien an und nicht nur die Spezialisten für den interreligiösen Dialog.

Die reduzierte Christologie rächt sich in einer schwachen Ekklesiologie. Wenn das „Himmlische“ so schwach beleuchtet ist, werden die „irdischen“ Mängel umso deutlicher. Eine solche Kirche wirkt nicht „cool“ oder „sexy“. Und wenn man die ganze Aufmerksamkeit der Medien hätte: helfen PR-Massnahmen gegen Leerstellen in der Dogmatik?

 

Von aussen und von innen gesehen

Es ist vielleicht unfair, die Positionen im interreligiösen Dialog auch vom gelebten Glauben einer Kirche einzufordern. Aber wie weit kann sich beides voneinander entfernen?

Der Dialog beruft sich auf Jahrtausende alte dogmatische Festlegungen, die heute nicht mehr vertreten und kaum noch verstanden werden. Genauso gut könnte man von einem Physiker verlangen, dass er an die aristotelischen Aussagen zur Physik und Metaphysik glaube. Er wird sie allenfalls in einer ideengeschichtlichen Vorlesung zur Physik erwähnen, dann aber zu den zeitgenössischen Positionen übergehen. So könnte man einwenden.

Es stellt sich aber die Frage, wie weit eine Kirche sich von ihrem dogmatischen Erbe (das „im Volk“ lebendiger ist, als manche glauben) entfernen kann, ohne sich selber zu verlieren. Ist sie ohne Bezug überhaupt noch identifizierbar? Kennt sie sich selber noch? Oder verliert sie sich in hunderttausend Hinsichten und Absichten, weil sie kein Zentrum mehr hat?

 

Die Konkurrenz der Unterhalter

Es ist auch unfair, das von den Pfarrern zu verlangen. Sie stehen weniger im Konkurrenzkampf der Religionen als im Kampf um die Aufmerksamkeit des Publikums. So wird alles Mögliche versucht, wenn es nur Aufmerksamkeit erzeugt, das andere bleibt zurück. Es gibt zwar noch „Christusgläubige“ in der Gemeinde, aber die sind in die Jahre gekommen. Man will die Jüngeren erreichen, man muss die Nicht-Kirchlichen erobern und die Angehörigen dieser oder jener Merkmalsgruppe, deren Denken und Bedürfnisse soziologisch erhoben worden sind. Nur so, meint man, die Menschen und Seelen wieder erreichen zu können.

 

Credo

Findet sich der in interreligiösen Gesprächen vorausgesetzte Christus also auch in der Verkündigung der Reformierten Kirche? Es hängt von der einzelnen Pfarrperson ab, von ihrer Herkunft und Haltung.

Ab und zu begleite ich meine katholische Frau in den katholischen Gottesdienst. Dort ist von Christus die Rede, in jedem einzelnen Gottesdienst. Dieser ist gebunden durch das Credo und die biblische Leseordnung, an die sich alle zu halten haben. Das mag autoritär sein, aber es ist auch ein Schutz für die Priester. Er bewahrt sie davor, allen „Hypes“ nachzulaufen und jeden Trend mitmachen zu müssen.

 

Zwischen zwei Extremen

Die interreligiöse und die innerreligiöse Sicht auf den Glauben verhalten sich spiegelbildlich. Sie hängen voneinander ab, das eine kann das andere nicht einfach dominieren. Weder kann die aktuelle Generation einfach glauben, was vor Jahrtausenden auf dogmatischen Konzilien festgelegt wurde. Noch kann umgekehrt der aktuelle Glaube (und Nicht-Glaube) Basis sein für ein interreligiöses Gespräch.

Der Weg führt wohl zwischen diesen Extremen durch. Wenn sich das aktuell Gelebte allzu weit von den Positionen des interreligiösen Gespräches entfernt, so wird dieses zu einer Chimäre. Es ist nutz- und kraftlos und kann keinen Frieden zwischen den Religionsgemeinschaften stiften.

Wenn aber das aktuell Geglaubte (und nicht Geglaubte) die Basis bilden soll für das interreligiöse Gespräch, dann fällt die Norm weg, dann fehlt auch der Anstoss für das Gespräch. Denn wo ist jene hohe Christologie heute noch lebendig? Die anstössigen Aussagen von seiner Messianität und Gottessohnschaft sind eliminiert.

Die Positionen im interreligiösen Gespräch müssen sich daher auch nach innen auswirken. Sie bilden einen Anstoss und eine Anfrage für das inner-religiöse Gespräch. Und da dieses nicht nur in einem fremd-religiösen sondern auch in einem säkularen Umfeld steht, ist es die Anfrage, wie weit die Anpassung an einen säkularen Zeitgeist gehen soll.

Der Autor unterhält auch einen eigenen Blog: www.vongotterzaehlen.ch/Sommer-Ernte

Die Meinung des Autors in diesem Beitrag entspricht nicht in jedem Fall der Meinung der Landeskirche.

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25 Kommentare
  • Jürg Hürlimann
    Gepostet um 07:39 Uhr, 30. August

    „Die Positionen im interreligiösen Gespräch müssen sich daher auch nach innen auswirken.“
    Ich bin nicht Theologe, und vielleicht habe ich jetzt etwas falsch verstanden. Mir scheint die Sache umgekehrt zu sein. Wie will man ein fundiertes interreligiöses Gespräch führen, wenn innerreligiös über grundlegende Fragen Unklarheit herrscht. Dasselbe gilt auch im interkonfessionellen Gespräch. Wir „bekenntnisfreien“ Reformierten haben oft Mühe im Gespräch mit Katholiken, Lutheranern usw. , wenn es um dogmatische Fragen geht, und das Gespräch bleibt rasch in der Oberflächlichkeit stecken. Ich fühle mich als Reformierter auch gelegentlich durch unsere dogmatischen Fachleute, die Pfarrerinnen und Pfarrer, im Stich gelassen, zum Beispiel bei netten, menschenfreundlichen Predigten ohne dogmatischen Tiefgang und / oder klarem Stellungsbezug. (Eine pfarrerliche Stellungnahme verbietet es mir als Laien nicht, anderer Ansicht zu sein. Sie gibt mir aber einen wichtigen und wertvollen Denkanstoss.) Das betrifft auch die von Peter Winiger angesprochenen christologischen Fragen.

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    • Peter Winiger
      Gepostet um 14:38 Uhr, 30. August

      Die Reformierte Kirche erinnert mich an jene Familie, die vor Jahren aufgehört hat, miteinander zu reden. Aber wenn jemand an der Tür klingelt, müssen sie auftun und höflich Antwort geben. – Das erklärt vielleicht den Argumentationsgang meines Beitrags. Der inner-religiöse Dialog findet nicht statt. Da gilt, wer von „Christus“ redet, als Ewiggestriger oder Frommer. Anders, wenn die Kirche für andere dargestellt wird.
      Wenn im inter-religiösen Dialog das Christentum geschildert wird, fühle ich mich darum oft betrogen: Hier wird ein Menu versprochen, das im Restaurant nicht serviert wird. Aber jetzt klingelt jemand an der Tür der Familie, jetzt muss jemand die Tür aufmachen. – Wer wohnt denn eigentlich hier?

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  • Samuel Burger
    Gepostet um 09:44 Uhr, 30. August

    «Genauso gut könnte man von einem Physiker verlangen, dass er an die aristotelischen Aussagen zur Physik und Metaphysik glaube.»
    Ist nicht das genau das Problem? Dass unsere Denk- und Lebenswelt meilenweit entfernt ist vom antiken Denken, wo die christologischen Dogmen entstanden sind? Müsste man diese Glaubenssätze nicht auch in einem neuen Licht würdigen können, anstatt sie absolut zu setzen? Wir reden ja auch bei Dogmen in Bildern, in irdischen Vorstellungen von Dingen, die eigentlich grösser und unvorstellbar sind. Aber welche Bilder, welche Aussagen transportieren heute den Inhalt dieser alten Bilder? Dazu kommt noch, dass in der rationalen Vorstellungswelt des Westens andere Bilder ansprechen als etwa im Süden, und dass unterschiedliche Generationen unterschiedliche Gottesvorstellungen haben. Ich meine, das sind grosse Herausforderungen an eine Theologie, welche nicht bloss die Tradition verwalten, sondern sie immer wieder in die aktuelle Sprache übersetzen möchte.

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  • Corinne Duc
    Gepostet um 12:37 Uhr, 30. August

    ich staune nur – auch heute gibt es doch zahlreiche Gruppierungen, welche ihre/die/jene EINE WAHRE Lehre zu vertreten exklusiv für sich beanspruchen. Aktuelle Schlagzeile gerade von heute Morgen: https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Das-Ziel-ist-ein-katholischer-Gottesstaat-ohne-Auslander
    „Der aktuelle Glaube“ vieler – Katholiken wie Protestenten – ist bspw., dass Homosexualität etwas Krankhaftes sei, dass Frauen an den Herd gehören, usw. usf. Zufällig oder auch nicht zufällig entspricht das auch zu früheren Zeiten oft gehörten (Vor-) Urteilen. Vielleicht hätte sich der historische Jesus genau gegen solche Vorurteile gewendet. Vielleicht auch nicht. Wir sollen nicht Sklaven der Vergangenheit sein, sondern uns selber als mit Verantwortung tragende Geschöpfe fragen was sinnvoll, gut und verträglich ist.

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  • Peter Winiger
    Gepostet um 15:37 Uhr, 30. August

    Danke, Frau Duc, für den Rundumschlag. Wo haben Sie in meinem Beitrag etwas gelesen über Homosexualität und Frauenrolle? Das Wort Dogma, das ich verwendet habe, meint nicht Dogmatismus. Die Dogmatik ist ein Teil der Theologie, der versucht, das, was die Bibel in erzählender Form sagt, systematisch auszudrücken.
    Das ist nicht verbunden mit dem Anspruch, die eine, wahre Lehre zu vertreten. Es ist einfach eine andere Aussageform. Gerade die Dogmatik versucht, sich Rechenschaft zu geben über Möglichkeiten und Grenzen der Erkenntnis in Glaubensdingen

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    • Corinne Duc
      Gepostet um 16:19 Uhr, 30. August

      Lieber Herr Winiger
      Mir vermittelte der Beitrag den Eindruck, der Autor meine zu wissen was die hohe Christologie genau sei, dass allgemein klar sei sollte was darunter richtigerweise zu verstehen wäre, und dass das eben eigentlich die wahre christliche Lehre sei.

      Da stellen sich für mich gleich Fragen in grossen Mengen, Z..B.

      Ist die höchste Christologie gemäss Autor jene Lehre, der Christus habe durch seinen Opfertod am Kreuz die Menschen erlöst? Und will er damit unterstellen dass richtige Christen dies daher genau so glauben müssten?

      Oder welche der hohen Christologien ist nach welchen Kriterien als die beste, höchste, ….? zu bestimmen?

      Könnte es auch sein dass eine niedrige Christologie mindestens genauso fromm sein könnte?

      Stehen nicht die fundamentalistischen Doktrine, die sich leider oftmals als nicht sehr offen und nicht unbedingt als sehr menschenfreundlich erweisen, in einem besonders engen Zusammenhang mit vermeintlich ach so hohen (angeblich) christologischen dogmatischen Ansprüchen?

      „Dogmatik“ heisst leider oft, dass man das Fragen vergisst und meint stattdessen glauben und behaupten zu müssen. Warum also nicht einfach von systematischen theologischen Ansätzen (im Plural!) reden und den Dialog in aller Offenheit führen? Mir scheint, ein solcher Diskurs in der Öffentlichkeit würde uns allen gut tun; doch leider finden theologische Auseinandersetzungen selten in der Öffentlichkeit statt.
      Freundlich Grüsse!

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      • michael vogt
        Gepostet um 17:18 Uhr, 30. August

        hohe christologie bezeichnet im religonsoekumenischen dialog die meinung, dass christus der sohn gottes sei, was vom islam von anfang bestritten wird. allerdings sagen neuere forschungresultate, dass der islam ursprünglich damit sagen will, jesus sei nicht einer der söhne und töchter des damaligen pantheons, die von göttinnen und göttern physisch gezeugt worden sind. von katholischer seite wird dann gesagt, es gehe nicht um eine physische, sondern um eine metaphysische zeugung. dabei ist die grössere unähnlichkeit zwischen den seinsebenen vorausgesetzt. von unserer tradition her würden wir sagen, es bestehe eine äühnlichkeit zwischen der physischen und metaphysischen zeugung. damit auch die frage: kann ein vater ohne mutter einen sohn zeugen? die infragestellung der tradition. hohe christologie bezechnet dann auch die zweinaturenlehre. hier bestreitet der isalm auch von anfang an, dass jesus eine göttliche natur habe. die absicht des proheten mohammed, eine religion zu gründen, in der nicht nur die gerettet werden, die an christus glauben, liegt wohl vielen von uns näher als ihr gegenteil – ob sie nun am interreligösen dialog direkt beteiligt sind oder sonst an einem dialog. der begriff des opfers würde ich zuerst einmal vergessen. im hinduismus, im judentum, in der geschichte buddhas, in der von jesus und auch in der geschichte des propheten mohammeds, geht es im elementarsten darum, dass der tod während des lebens, der tod des todes, der uns sonst bestimmt, uns lebendig und lebensfreundlich macht. darum geht es wohl im elentarsten auch im atheismus. der klimawandel fragt nach noch anderen quellen des lebens als den bisherigen, die zu sehr erdölquellen sind. voilà!

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        • michael vogt
          Gepostet um 03:31 Uhr, 31. August

          ich bitte um entschuldigung für die tippfehler im zusammenhang mit dem propheten

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      • Peter Winiger
        Gepostet um 17:23 Uhr, 30. August

        Vielen Dank für Ihre Antwort.
        Das Glaubensgut, das ich mit einer „hohen Christologie“ schützen möchte, habe ich benannt. Das ist das Gebet zu Christus.

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  • michael vogt
    Gepostet um 16:28 Uhr, 30. August

    panta en pasin, alles in allem. dass die alles verändernde vereinigung von allem mit allem gut ist, ist darin begründet, dass, wenn das leben und der tod sich miteinander vereinigen, der tod in leben verwandelt und das leben lebendiger wird. es hat wohl keinen sinn, die beiden stückwerke. dass buddha über dem himmel und unter dem himmel der allein geehrte ist und dass jesus der sohn gottes sei, dem ein name gegeben worden sei, der über jeden namen ist, gegeneinander auszuspielen. interessanter ist ihre vereinigung. gehen wir vom imperativ aus, dass wir das alles bewerkstelligen müssen, verzweifeln wir wohl. grundlegender ist der indikativ, dass es sich offenbart. (1kor 13.9-12, 15.28, phil 2.9)

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  • THOMAS GROSSENBACHER
    Gepostet um 21:30 Uhr, 30. August

    Das Eigentliche, das Königliche an Jesus (darauf spielt ja der Begriff der Gesalbte an) ist seine Menschlichkeit, seine Sterblichkeit, sein Urvertrauen in den Gott, den er familiär Vater nennt. Durch ihn ist das Geheimnis Gottes menschlich.
    Das geht auch durch den Tod Jesu nicht verloren. Es bleibt darüber hinaus einleuchtend. (Auferstehung).

    In vielen biblischen Geschichten wird erzählt, wie dieser Sohn von Maria und Josefs mutig, kritisch in grosser Parteinahme mit den Schwachen und Kranken den Glanz Gottes irdisch erfahr- und erlebbar machte. Und wie es schon zu Lebzeiten Jesu vielen einleuchtete. Das macht dem christlichen Glauben und dem so geprägten Nachdenken über Gott den Nazarener so unverzichtbar, so königlich. Aus diesem Grund wird er als der Christus bekannt. Es ist just diese Menschlichkeit die unser Menschsein und Menschwerden nach seinem Bild inspiriert, So auch unser Beten zu Gott. Freilich eröffnet das Beten auch Raum für Verehrung und Anbetung. Öfter wird Beten aber nichts anders sein als Seufzen und Klagen, Bitten und Fürbitten. Hoffentlich immer auch Schweigen und Hören. Ein direktes, exklusives Beten zu Christus erübrigt sich. Jesu Menschlichkeit befreit uns ja in die Beziehung zu Gott direkt und ungehemmt einzutreten. Auf Augenhöhe.
    Gott bleibt dabei ein grosses und unteilbares Geheimnis. Sein Geist und die Menschlichkeit Jesu sind daraus nicht wegzudenken.

    Von solchen und ähnlichen Gedanken genährt, müsste eine aktuelle Dogmatik m.E. geschrieben sein. Die Wiederholung alter Formulierungen oder gar Formeln halte ich für weniger einladend. Schon deswegen, weil eine Diskussion kaum intendiert ist. Eine Dogmatik entwickelt aus solchen und ähnlichen, wie den oben skizzierten Gedanken, würde einladend wirken, in diese Beziehung einzutreten, darin zu wachsen. Vertrauen zu schenken und neu zu bekommen.
    Was anderes kann denn eine Dogmatik wollen.?!

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    • michael vogt
      Gepostet um 02:35 Uhr, 31. August

      eine aktuelle dogmatik fragt eben auch danach, wie andere religionen es sehen. wenn Sie sagen „königlich“, entsteht ein spannungsverhältnis. hohe christologie wird dann zum problem, wenn impliziert ist, christus sei höher, oder sich zumindest die frage stellt, ob er höher sei. und ich würde nicht sagen, ein beten zu christus erübrige sich. ich würde sagen, es ist nicht obligatorisch. persönlich bete ich nicht zu ihm, aber es besteht da eine beziehung. „ich folge ihm nicht einfach so nach“, habe ich mal gesagt, „sondern ich erwarte von ihm eine wende um 180°, dass er bereit ist, auf augenhöhe mit mir zu konferieren.“ ich glaube, der inzwischen zweitausend jährige hat gelächelt. das kommt möglicherweise aus seinem inzwischen ebenso langen dialog mit buddha. und so weiter – ich sollte ja an dieser stelle diese dogmatik ja nicht gleich schreiben 😉

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    • Barbara Oberholzer
      Gepostet um 07:35 Uhr, 31. August

      @Thomas: I like very much 👍🏻👍🏻👍🏻

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  • Peter Winiger
    Gepostet um 10:54 Uhr, 31. August

    Vielen Dank, Herr Vogt und Herr Grossenbacher, für Ihre Kommentare, die weit über meine Kenntnisse hinausgreifen. Ich lasse mich gern belehren.
    Das Christus-Gebet liegt mir aber am Herzen. Es wird seit Jahrtausenden gelebt und ist in den christlichen Kirchen zuhause. Wenn Christus auf ein ethisches Vorbild oder einen Sozialrevolutionär etc. reduziert wird, ist das nicht mehr möglich. Dann müsste man konsequenterweise aber auch das Johannes-Evangelium aus der Bibel nehmen. (Auch Matthäus und Lukas mit ihren anstössigen wunderbaren Kindergeschichten können wohl nicht drin bleiben. Aber auch Markus geht davon aus, dass man von Jesus nicht erzählen kann, ohne sich auf Gott zu beziehen, auch wenn er das an der Taufe festmacht und nicht an einer wunderbaren Geburt.)

    „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ So hat man früher oft zitiert, wenn man in kleiner Gruppe Gottesdienst feierte. Dass Christus gegenwärtig gedacht werden kann, ist nur in Bezug auf Gott möglich, im „Heiligen Geist“.

    Es wirkt für viele wohl unreif, dass ein Erwachsener zu Christus betet, dass er überhaupt betet und etwas nötig hat. Bei mir hat es angefangen, als unser kleines Kind einmal abends nicht nach Hause kam. Zuerst sorgt man sich nicht, man ruft und sucht. Dann geht man die gewohnten Gänge ab. Später telefoniert man den Eltern seiner „Gspänli“. Wenn so ein paar Stunden vergangen sind, ist man vielleicht nicht mehr so cool und entspannt. In einer solchen Situation habe ich mich an die Gebetszusage im Johannes-Evangelium erinnert und zu Christus gebetet.

    Vor 20 Jahren habe ich ausserdem das „ewige Gebet“ aus der Ostkirche kennengelernt, ein Christusgebet, das mit dem Atem verbunden wird. Seither bete ich es und es hat mein Leben zum Guten verändert. Das mag alles unreif sein, das ist mir aber egal. Das Kind kam zurück und ich habe Schönheit und Freude kennengelernt.
    Es ist eine eigenartige Umkehrung der Beweislast, dass heute rechtfertigungsbedürftig ist, wer sich zu Christus bekennt, und nicht der, der ihn aus der christlichen Überlieferung weginterpretieren will.

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  • belehrungswut
    Gepostet um 14:53 Uhr, 31. August

    Ich lasse mich gern belehren. Schreibt jemand. Und das l mit einem k ersetzen? Wwie siehts dann aus mit der Belehrung?

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  • Carsten Ramsel
    Gepostet um 18:34 Uhr, 31. August

    Sehr geehrter Herr Winiger

    Ich habe ja keine Ahnung von Reformierter Theologie. Ich bin nur römisch-katholisch erzogen worden, und heute glücklicher Agnostiker. Deswegen möchte ich Ihnen höflich zwei Fragen stellen:

    1. Warum sollen die Menschen nicht mehr zu Jesus Christus beten können, die ihn für einen Propheten, Sozialrevolutionär und Wanderprediger halten?

    Ich meine, Johannes 15 lädt doch dazu ein. Der Ich-Erzähler in Joh 15, also Jesus, glaubt, dem Göttlichen Vater so nahe zu sein, dass jene, die ihm folgen, ihn – also den Wanderprediger – um alles bitten können, und der Göttliche Vater, es ihnen in seinem Namen gewährt. Und diejenigen, die das glauben, werden sich im Fürbittgebet an ihn wenden.

    2.. Warum soll sich der Glaube der Menschen in den Gemeinden an den Glaubenssätzen aus dem interreligiösen Dialog orientieren?

    Ich meine, sollten sich nicht die theologischen Positionen des interreligiösen Dialogs an den Glaubenssätzen der Gläubigen in den Gemeinden orientieren; sonst zeichnet man doch im interreligiösen Dialog ein anderes Bild vom Reformierten Christentum als es in den Gemeinden tatsächlich vorkommt.

    Mit freundlichem Gruß
    Carsten Ramsel

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    • Peter Winiger
      Gepostet um 17:23 Uhr, 04. September

      „Warum sollen die Menschen nicht mehr zu Jesus Christus beten können, die ihn für einen Propheten, Sozialrevolutionär und Wanderprediger halten?“ – Weil ein Prophet kein Adressat einer Anbetung ist. Weil ein ethisches Vorbild und eine Revolution die Welt nicht erlösen werden.

      Seit dem 18. JH gab es viele Versuche, die Welt revolutionär umzugestalten, aber sie haben, angefangen mit der Französischen Revolution, zu Terror, Bürgerkrieg und Gewaltherrschaft geführt. Sie haben die Welt nicht erlöst, obwohl das im Hintergrund oft mitgedacht wurde. Viele Denker seit der Aufklärung wollten das Christentum „aufheben“, sie wollten das, „was die Religion dunkel ahnte“ auf die Ebene der Wissenschaft und einer zivilisatorischen Praxis heben. Marx war, trotz seines Materialismus, ein Links-Hegelianer. In seiner Geschichts-Dialektik ist die Heilsgeschichte „aufgehoben“. Er hat die Religion also nicht abgeschafft, sondern „aufgehoben“ – sie lebt in seinem Entwurf fort und garantiert dort ein heilsames Ende seiner Geschichts-Philosophie. Die Versöhnungs-Leistungen gegenüber dem Unheil der Welt kommen also nicht qua Revolution zustande, sondern aufgrund der religiösen Heilsgeschichte, die hier aber nicht benannt, sondern in einem abstrakten Geschichtsprozess versteckt wird, der „eo ipso“ zu Gerechtigkeit und Wohlstand führen sollte.

      Auch der Fortschrittsoptimismus, das bürgerliche Gegenstück zur Revolutions-Geschichte, ist ein Kind der religiösen Heilsgeschichte. Der Fortschritt ist ambivalent, das kann man durchbuchstabieren von der Atom-Kraft bis zu den Zukunfts-Technologien des Internets. Der Optimismus, der im Fortschritt ein Vehikel zur Lösung der Menschheitsprobleme sieht, stammt aus der Religion. Diese ist durch die Säkularisation nicht abgeschafft, sondern „aufgehoben“ worden und lebt in vielen Nachfolge-Gestalten der Kultur fort.
      Religiöse Hoffnungen, wenn sie mit irdischen Gestalten verbunden werden, entfalten aber grosse Gewalt. Da werden Ideologien zu Heilsversprechen und Politiker zu Heilsbringern. Die absoluten Werte der Religion kippen in eine totalitäre Anmassung, wenn nicht mehr symbolisch davon gesprochen wird wie in einem Gottesdienst, sondern wenn ein Staat beansprucht, sie eins zu eins einlösen zu können. Nach den Erfahrungen mit den totalitären Ideologien des 20. JHs würden wir also besser daran tun, die mit quasi-religiösen Hoffnungen verknüpften Gebilde wie Staat, Nation oder Wirtschaft wieder zu säkularisieren und den Umgang mit absoluten Hoffnungen der Religion zurückzugeben.

      „Warum überhaupt Erlösung?“ könnte man fragen. Weil der Mensch die Bedingungen seines Daseins nicht in der Hand hat. Er findet sich auf dieser Welt vor, abhängig und beschenkt von tausend Bedingungen. Aber auch begrenzt durch Krankheit, Tod und Naturgewalten. Technologisch ist das nicht zu lösen. Der Mensch muss sich in ein Verhältnis setzen zu dem, was vor ihm da war und was sein Leben trägt. Das geschieht in der Religion. Und Glaube ist die praktische Anwendung, die Einübung eines Vertrauens trotz aller Daseins-Angst. Diese Angst lässt uns Sicherheit suchen.
      Aber das Gegenteil von Angst ist nicht Sicherheit, sagt Luther, sondern Vertrauen. Der Glaubende kann im Gebet alles in dem „Du“ zusammenfassen, dem er entgegentritt. Er kann alles ihm übergeben, auch die Sorge um sich selbst. Und er erhält es zurück, aber jetzt sieht er es in anderem Licht. Und er kann der Welt und seinen Aufgaben neu und anders gegenüber treten. – So ist „Erlösung“ nicht nur eine Angelegenheit für das „Weltende“, es hat Konsequenzen für jeden Tag. Es ist ein Weg, diese Tage zu leben.

      So sehe ich das. Damit will ich niemanden bekehren. Das kann jeder halten wie er will. Und das „Diesseits“ ist lang und bietet Platz für viele Beiträge.

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      • Anonymous
        Gepostet um 15:27 Uhr, 05. September

        Herr Winiger, ich danke Ihnen für diesen Kommentar! Ist es nicht just diese Betrachtungsweise an der sich ausweist, ob jemand evangelische Theologie nur belegt oder auch studiert hat? Ich wünschte man hörte, kommunizierte, handelte und lebte in Kirche und Öffentlichkeit wieder mehr in diesem Sinn. Denn die Kraft der Kirche und der Segen ihres Dienstes an der Gesellschaft gründen darin. Zumindest ist das meine Überzeugung.

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      • michael vogt
        Gepostet um 16:33 Uhr, 05. September

        alles in allem, auch die ganze vergangenheit, nicht trennend aktuell

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  • Corinne Duc
    Gepostet um 13:09 Uhr, 02. September

    Das Johannesevangelium gilt ja auch als „anti-gnostische“ (oder anti-gnostizistische) Schrift. D.h. als eine Spätschrift, welche – gegen die Tendenz zum Abheben von unserer irdischen Wirklichkeit und Beschränktheit – das Wesen Gottes in irdischen Lebensbeziehungen in Szene zu setzen, und den Zusammenhang mit dem ewigen „Logos“, den zugrundeliegenden Sinnbestimmungen oder existenziellen Grundlagen, als uns nicht unmittelbar (durch bloss theoretische Erkenntnis oder Spekulationen) zugänglich oder unvermittelt einsehbar zu erhellen versucht. Wie mit der Trinitätslehre werden dadurch die Evangelien nicht auf historsche Faktenberichte über einen (gegenüber den Bedürftigen) besonders barmherzigen aber auch (gegenüber sklerotisierenden Tendenzen) durchaus kritischen normalsterblichen Menschen reduziert, sondern als Zeichen (-handlungen und -reden) auf das Wesen jener grundlegenden Art von Zuwendung und Gemeinschaft hin gedeutet.
    Natürlich darf jedeR anbeten was er/sie will. Ich glaube nicht dass es dazu irgendwelcher Beweise bedarf oder „Beweislasten“ gibt – als käme es darauf an zu zeigen dass die eigenen Gebete besser seien als jene anderer Menschen? Ob etwas für die kirchliche Praxis heute und bei uns aber geeignet ist oder weniger, müssten wir wohl durch eigene Argumente aus den heutigen Lebenskontexten heraus gemeinsam erwägen.
    Im Matthäusevangelium wird eine Vorform des Bapnos empfohlen; und meines Wissens wird das in der Regel in jedem Gottesdienst (in heutigen Übersetzungsvariationen…) gesprochen. Ist es bemerkenswert, dass der Autor auf solche Gebetsformen gar nicht eingeht, da er doch das „Alte“ sonst hochhält, das „Heutige“ allerdings als irgendwie nicht mehr in Ordnung hinzustellen scheint? Ich verstehe das Argument ehrlich gesagt nicht – ob etwas älter oder neuer scheint ist für mich an sich noch kein Kriterium – auch im Zusammenhang mit Fragen wie zB. jener, ob biblische Texte mit oder ohne Geist (immer wieder neu, im je konkreten und aktuellen Kontext) interpretiert werden.
    Wenn wir im interreligiösen Dialog eine christliche Lehre vertreten müssten, die es irgendwann einmal früher gegeben haben soll, müssten wir uns wohl zuerst darauf einigen, welche Zeit mit „früher“ gemeint sein sollte (oder welcher Zeiten im Plural, falls beispielsweise irgendeine Form von Eklektismus gemeint sein sollte – wobei dann hoffentlich vorher noch ein Diskurs darüber entstehen würde, ob oder inwiefern sich eine solche ihrerseits wirklich als sinnvoll, oder als sinnvoller als andere heutzutage vertretene Ansichten, erweisen könnte…). Es stellten sich aber auch vielfältige Fragen nach den Inhalten, vielleicht auch Widersprüchen zwischen den Vielfalten von damals vertretetenen Doktrinen; nicht zuletzt jedoch auch, ob wir uns wirklich zumuten können/sollen zu behaupten, dass wir diese früheren Ansichten als solche so genau verstehen und vollkommen teilen, aus unseren heutigen (Glaubens-) Verstänissen heraus. Müssten wir da nicht einerseits ziemlich allwissend und erhaben sein; andererseits jede kritische Mitverantwortlichkeit aufgeben? Oder beides – und was sollte der Zweck solcher dogmatischer Akrobatikexperimente sein?

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  • Ursina Sonderegger
    Gepostet um 23:03 Uhr, 03. September

    Danke, Peter Winiger, für diese Worte, für dieses Bekenntnis zu Christus. Wo sich das Christusgebet erübrigt und sich die Christologie davonstiehlt, da stellt sich tatsächlich die Frage der Identifizierbarkeit der Kirche, auch im Hinblick auf die Zugehörigkeit zur weltweiten Kirche. Wo das Gebet zu Christus und der Christusglaube nicht mehr Platz haben, da bricht das Tragende weg, oder besser: der Tragende, Christus selbst. An ihn zu glauben und zu ihm zu beten, mag naiv scheinen – er war schon dazumals eine Torheit und ein Ärgernis – und doch gerade das, was er von uns fordert. Christus reduzieren auf Jesus, das Christusgebet weglassen: Da fehlt das vielleicht Kostbarste des Glaubens. Wo es fehlt oder explizit verworfen wird, da stellt die Kirche jenen in Frage, der ihre Mitte ist. Damit wird sie selber fraglich.

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    • michael vogt
      Gepostet um 16:56 Uhr, 05. September

      1kor 15.28 bedeutet meiner meinung nach, dass christus hinter die alles verändernde vereinigung von allem mit allem einen schritt zurücktritt. die kirche wird dadurch nicht fraglich, sondern sie versteht ihre lehre als ein stückwerk (13.9-12).

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    • michael vogt
      Gepostet um 18:10 Uhr, 05. September

      christus ist für mich seit meiner kindheit eine erfahrung – die aber nichts zu tun hat mit einem zum könig der juden gesalbten. und andererseits ist es eben doch so: wenn ich christus sage, befinde ich mich in der fragestellung, ob jesus der seit langem erwartete messias ist – in der ich aber nicht gefangen ein will. bisher komme ich darauf, dass der zweitausendjährige selbst der meinung ist, dass ich darin nicht gefangen sein soll.

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  • Alpöhi
    Gepostet um 23:49 Uhr, 07. September

    Danke, Herr Winiger, für den Artikel. Bei allem Respekt vor der Theologie: Diese ist eine Wissenschaft.
    Christusnachfolge ist keine Wissenschaft. Es ist eine Haltung, die zu Taten führt, die zum Leben führen. Jetzt, vor dem Tod, und (so glaube ich) auch nach dem Tod.

    Das Problem der Volkskirche ist aus meiner Sicht, dass die Menschen zuwenig zur Christusnachfolge angeleitet werden. Es genügt, Passivmitglied zu sein und Kirchensteuer zu zahlen. Die Bekenntnisfreiheit, die allzu leicht zur Bekenntnislosigkeit oder Beliebigkeit wird, ist uns hier auch keine Hilfe.

    Was ist denn dann eine Hilfe? – ich glaube, wir können nur glauben, wenn wir Erlebnisse machen mit dem Vater im Himmel, an die wir uns erinnern können. Etwas davon sprechen Sie ja auch an in ihrem Kommentar, wo Sie von Ihrem Eltern-Erlebnis vom verschollenen Kind berichten.

    „Komm und sieh!“ sprachen die Jünger zu den Skeptikern, die es auch damals schon gab (Joh.1,46). Und hierbei kommen wir nicht an Jesus vorbei, denn Jesus zeigt uns den Vater (Joh.14,9): Barmherzig und gnädig, geduldig und von grosser Güte (Psalm 103,8), aber er ist kein alter Mann mit Bart (Hebräer 10,31).

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    • michael vogt
      Gepostet um 23:54 Uhr, 08. September

      gerade das thema nachfolge bedarf der theologie, der kritischen reflexion. es existiert auch die meinung, jesus habe nicht uns, sondern nur seine jünger in die nachfolge gerufen. haltung ist eine katholische kategorie: die gnade wird eingegossen, was zur haltung führt, zum habitus. vom lateinischen habere, haben, halten, festhalten – was auch unbeweglichkeit bedeuten kann, in konkurrenz zur offenbarung. und die nachfolge führt nicht immer direkt zum leben. (joh 21.15-23)

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