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Fremdwahrnehmung und Selbstwahrnehmung

Die letzten Blog-Beiträge und die Kommentare dazu haben – aus meiner Perspektive – eins gemeinsam: sie ringen um das Bild, das Menschen sich von einander machen: da geht es um Meinungen, die man vom Hörensagen kennt, nämlich um das, was „die Leute“ denken, um Populismus und Mainstream. Ebenso geht es aber auch darum, wie zwei Menschen konkret zu einander stehen, was sie von einander halten und wie sie das kommunizieren. Und dann geht es darum, was eine Person von sich selbst meint.

Mit wem ich darüber ins Gespräch komme, alle haben einen literarischen Beitrag parat: die einen erinnern an Brechts Herrn K., der gefragt wurde, was er tut, wenn er einen Menschen liebt, andere assoziieren das Gedicht von Bonhoeffer „Wer bin ich“  und schnell kommen wir in eine interessante Diskussion darüber, was an den Texten uns berührt, fasziniert und anspricht. Manchmal wird ein Gespräch daraus, das in die Tiefe führt. Dann kommt die Zerrissenheit zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung zur Sprache, die sich schliesslich nur noch in Gottvertrauen werfen kann. Ohne jedes Pathos.

Mir selbst kommt immer auch ein biblischer Bezug in den Sinn. In diesem Fall die Frage Jesu, was die Menschen von ihm halten (Mk 8,27-30). Auf diese Frage kann man leicht antworten: verschiedene Meinungen können zusammengetragen und gewichtet werden; mit ein wenig Recherche und den Ohren im Wind lässt sich ein Stimmungsbild erstellen, das solide ist. Und man selbst braucht nicht Stellung zu beziehen. Die eigene Meinung kann als eine unter vielen einfliessen oder ganz ausgespart werden. Das gilt dann als objektiv.

Doch Jesus fragt weiter: „Und Ihr? Für wen haltet ihr mich?“ Halten wir einen Augenblick inne, bevor wir uns der biblischen Antwort zuwenden, und fragen uns selbst: Was würde ich auf diese Frage antworten? Kann ich mit einem Wort oder einem Satz sagen, wer Jesus für mich ist? Würde ich eine Geschichte erzählen wollen? Schliesse ich mich lieber den Mehrheitsvorstellungen aus meinem persönlichen Umfeld an oder gefalle ich mir darin, eine möglichst ungewöhnliche, überraschende, extravagante Antwort zu finden?

Petrus hat die Antwort sofort parat. Er scheint nicht gross darüber nachdenken zu müssen. Dafür fordert seine Antwort seit Jahrhunderten Menschen heraus, zurückzufragen: „Was genau meint Petrus mit seiner Antwort? Was genau will er damit sagen?“

Und mir fallen wieder Bibelstellen ein, besonders Zitate aus dem Johannesevangelium, in denen Jesus in den Mund gelegt wird, wer er sei.

Da haben wir die Vielfalt wieder: Drittmeinungen, die eigene Meinung und die Selbstwahrnehmung, die fast nie mit Schlagwörtern ausgedrückt werden können, sondern als Geschichten erzählt werden. Diese Geschichten interessieren mich. Auch die Gelehrsamkeiten der Tradition sind für mich solche Geschichten: ebenso wahr und ebenso irrtümlich wie unsere Geschichten. Es bewähren sich diejenigen Geschichten, die wieder und wieder erzählt werden und ihre Leuchtkraft nicht verlieren.

 

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22 Kommentare
  • Anita Ochsner
    Gepostet um 11:13h, 18 Januar Antworten

    Liebe Angela, Geschichten?
    Es gibt viele Geschichten zu hören ich denke dabei im Besonderen an Eltern, auch von alleinerziehenden Müttern, von Kindern mit einer geistigen Behinderung, die immer wieder und fortlaufend erzählt werden und von grosser Leuchtkraft sind, woher sie diese haben?! Von ihrem Weg wie sie ihre Kinder begleiten und unterstützen damit sie einmal ein möglichst „selbständiges“, selbstbestimmtes Leben führen können. Darin liegt ihre ganze Hoffnung und ihr fester Glaube, dass dieses möglich wird.
    Geschichten um ihren Kampf um Sozialbeiträge z.B. für Assistenzbeiträge. Damit die Familie selbst nicht in ein soziales Loch oder gar in die Armutsfalle fällt. Eltern im Arbeitsnetz bleiben können (ihr eigenes soziale Verbindungen müssen sie kräftemässig oft hintenanstellen), und ihre Kinder gleichsam lernen und angepasst gefördert werden in Kindergarten und Schule. Teils integriert in der Volkschule. Welche Hürden sich ihnen da oftmals in den Weg stellen, aus Schule und Ämtern. Sie sind, so kommt es mir vor noch Einzelkämpfer_innen und Vorreiter_innen auf diesem Weg, für eine Gesellschaft in denen Menschen mit Behinderung, vielleicht einmal, selbstverständlich dazugehören. Das ist ein weiter Weg, mit viel Leid und Mühsal verbunden für die Betroffenen. Viele Geschichten in denen es immer wieder Menschen gibt, nach kämpferischer energieverzehrender und gleichsam so starker Wegsuche! und mit ihnen an bestimmten Orten für ein würdiges Leben für die ganze Familie mit ihren betroffenen Kinder/Jugendlichen einsetzen.
    Dazu möchte ich gerne auf den Leitfaden – für Kirchgemeinden geschrieben – hinweisen, der mir selbst ein wichtiger 1. Leitfaden war (ist) vor einigen Jahren in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung ausserhalb einer kirchgemeindlichen Arbeit:
    „Leitfaden Mensch und Behinderung „Ganz normal anders?“
    in vielerlei Orten …

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    • Anita Ochsner
      Gepostet um 11:35h, 18 Januar Antworten

      … tja vielleicht? Wer gerne einwenig etwas von einem diesem Traum von Inklusion -auch zum weiterleben an anderen Orten.. ?- und eine eigene Geschichte davon sich erlebbar machen möchte – in der nächsten Frühlingstagung ist es möglich… ?!! :- ))
      «Träume leben und teilen» Frühlingstagung 2017
      Samstag, 25. März 2017, Hirschengraben 50, 8001 Zürich

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  • Corinne Duc
    Gepostet um 12:49h, 18 Januar Antworten

    Wenn es ums Verstehen geht ist Selbstverständnis und Verstehen der direkten Kommunikationsparnter sicher ganz zentral. Damit unser Blick aber nicht allzu eingeschränkt auf uns selbst haften bleibt scheint es mir jedoch ebenso wichtig, uns um die Wahrnehmung dessen zu bemühen, was als Umwelt bezeichnet wird und was auf der Welt sonst noch so abläuft, um auf die Adäquatheit unserer bisherigen Konzepte und Gewohnheiten zurückzuschliessen, und vielleicht doch wieder einmal etwas daran zu ändern.

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  • Angela Wäffler-Boveland
    Gepostet um 15:05h, 18 Januar Antworten

    Das genau finde ich das Spannende an der kleinen Szene zwischen Jesus und dem Kreis der Nächsten:
    hier fängt der Blick sogar aussen an und richtet sich immer mehr gegen innen. Das funktioniert aber nur, wenn der Blick nach aussen auch wirklich da ist. Wer meint, eine Abkürzung nehmen zu können und gleich bei sich selbst zu landen, entwickelt womöglich einen etwas engen Wahrnehmungshorizont.
    Manchmal frage ich mich auch, ob es nicht langsam an der Zeit ist, beim Doppelgebot der Liebe Mt 22,37-39 auch wieder einmal zu hören: „Du sollst deinen Nächsten lieben“ – und das heisst erst einmal würdigen, wahrnehmen, wertschätzen, verstehen wollen.

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    • michael vogt
      Gepostet um 01:42h, 20 Januar Antworten

      im gegenwärtigen „aussen“ ist das „konzept“ (vorangehender kommentar) messias etc infrage gestellt

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  • michael vogt
    Gepostet um 21:18h, 18 Januar Antworten

    kutti mc, dessen existenz vor einiger zeit geendet hat, der aber unter seinem bürgerlichen namen jürg halter weiterexistiert, hat einmal gesagt: „ich glaube an das verlieren nach dem tod.“ die biblischen geschichten machen mich nicht selten skeptisch: hat sich der dialog mit den jüngern und die antwort des petrus tatsächlich zugetragen? oder will da jemand, wie so oft, seine interessen untermauern? jesus ist für mich der, der seit zweitausend jahren sein leben immer noch mehr verloren hat. ganz und gar gestorben. ganz und gar lebendig. ob er während seines lebens vor dem tod „ohne sünde“ war, wie ein bekenntnis sagt, weiss ich nicht. mussten die reichen sich damals sagen: „gott ist auf der seite der armen. da müssen wir ganz schön zu uns selbst schauen!“? „mir getan“ oder ab ins ewige feuer – eine schwere narzisstische störung? oder alles andere? oder nicht von jesus? sollte etwas falsch gewesen sein an ihm, ist es heute „verloren“. und das gilt – heute oder morgen – auch für alle anderen. soweit wir mit ihm oder, ich würde lieber sagen, mit ihnen gestorben sind, ist unsere unvernunft auf dem nullpunkt. davon verspreche ich mir etwas. zb dass wir uns kein falsches bild machen. von andern oder von uns selbst.

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    • Felix Geering
      Gepostet um 09:52h, 19 Januar Antworten

      „machen mich nicht selten skeptisch: hat sich der dialog mit den jüngern und die antwort des petrus tatsächlich zugetragen? oder will da jemand, wie so oft, seine interessen untermauern?“

      Sehr interessanter Aspekt.

      Schauen Sie, letztlich ist es mit ALLEN Geschichten, die uns erzählt werden, wo wir aber nicht persönlich dabei waren, das Gleiche: Ob die Geschichten „historisch“ wahr oder in einem „anderen Sinne wahr“ oder „unwahr“ oder „gelogen“ sind, wissen wir nicht. Unmöglich. Wir können zwei Dinge tun:
      • Wir können die Glaubwürdigkeit der Überbringer der Nachricht beurteilen (wobei das Resultat zwangsläufig persönlich gefärbt = biased ist) und daraus Schlüsse ziehen.
      • Wir können schauen, welche Geschichten sich im tatsächlichen, real existierenden Leben als „wahr“ erweisen.

      Das gilt übrigens nicht nur für die biblischen Geschichten, sondern für sämtliche Geschichte, die wir gelehrt werden, Erdgeschichte inklusive.

      Daraus Schlüsse zu ziehen überlasse ich Ihnen…

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  • Corinne Duc
    Gepostet um 12:09h, 19 Januar Antworten

    Quasi als Hyperfaktisches:-)
    wobei es in diesen Texten (ursprünglich) vielleicht oftmals tatsächlich weniger darum ging, Dogmen zu vermitteln als uns zum Nachdenken über unser eigenes Selbst- und Glaubensverständnis anzuregen, indem wir unsere (möglichen) Neigungen und Ängste in diesen Geschichten (als ganze gelesen!) wie in einem Spiegel vorgesetzt erhalten.
    Der Pfarrer unserer KG hat einmal im Zusammenhang mit dem Thema „Isaacs Opferung“ den Vergleich zum Milgram-Experiment (vgl. ez.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment) gebracht – fand ich genial.

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  • Seraphim Weibel
    Gepostet um 23:54h, 20 Januar Antworten

    2000 Jahre Christentum haben schlimmes angerichtet. Anscheinend gibts noch heute Leute die glauben, jemand kann das Meer teilen oder übers Wasser gehen. Naja, früher wurde getötet wegen dem Schmarrn. Zum Glück gibts heute die Psychologie. Die nennt das magisches Denken, eine Entwicklungsstadium bei Kindern, Ein normaler und gesunder Abschnitt des Lebens, der allerdings mit der Latenzzeit 8-12 abgelegt ist. Danach nennen wir das Wahn oder ungenügende Realitätskontrolle, je nach Ausprägung. Dabei ist Spritualität ganz rational eine gute Angelegnheit. Wir Menschen haben die Fähigkeit zur Imagination. Sie ist eine wunderbare Quelle der Kraft und Inspiration. Wir können uns nun sogar Jesus reale Präsenz imaginieren und diese _real_ Fühlen. Wers mag, wow… das ist toll. Nach so einer bewusten Übung, auf die man sich durchaus einlassen kann, sollte man aber Fähig haben wieder in die Realität zurück zu kehren. Also sind wir uns im klaren, das Gott niemals wollte das man die Bibel wörtlich nimmt. DIe Normativität im Glauben, wie das authoritäre Vermitteln des korrekten Landeskirchlichen Lehre genannt wird hat genug schaden angerichtet. Solange nicht klar Position bezogen wird für eine aufgeklärte Spiritualität wird der christliche Glaube weiter in die skurilitäten Ecke abgleiten.

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  • Corinne Duc
    Gepostet um 13:37h, 22 Januar Antworten

    Der obige Kommentar bringt einerseits ein dringendes Anliegen zum Ausdruck: Wenn die reformierte(n) Kirche(n) nicht vermehrt zeitgemässe Interpretationen im Angebot führt und unterstützt, werden noch mehr Austritte und noch weniger Nachwuchs die natürliche Folge sein.
    Andererseits kann und soll es ja in der evangelisch-reformierten Landeskirche nicht darum gehen, den Menschen vorzuschreiben was sie glauben sollen und was nicht. Meines Wissens gibt es so etwas wie „[DIE] Normativität im Glauben, wie das authoritäre Vermitteln des korrekten Landeskirchlichen Lehre genannt wird“ nicht; es können auch PfarrerInnen ihre Zweifel an herkömlichen Gottesbilder bekunden. Interessant wäre natürlich, wenn sich angehende wie amtserfahrene Pfarrpersonen hier dazu äussern würden.
    Gegen aussen aber wird das Bild einer verstaubten Kirche so lange erhalten bleiben, als sie nichts Wirkungsvolleres dagegen unternimmt und ihrem Grundsatz „semper reformanda“ nur mit Worten treu zu bleiben (oder allenfalls mit äusserlichen Strukturreformen nachzukommen) sucht. Vielleicht böte tatsächlich die an den Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich gerichtete Reform-Manifest-Petition eine Chance, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Schliesslich sollten die Reformen vor allem „von unten“ getragen werden.

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    • Felix Geering
      Gepostet um 15:34h, 22 Januar Antworten

      Mit Kirchenaustritten zu drohen bringt jedenfalls niemanden weiter. Wichtiger wäre die Frage zu überlegen: „Wann ist Kirche kraftvoll?“ Dazu ist ein Blick über Westeuropa hinaus in die Restwelt durchaus hilfreich.

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      • Corinne Duc
        Gepostet um 20:13h, 22 Januar Antworten

        Das oben erwähnte dringende Anliegen (dass vermehrt zeitgemässe Interpretationen im Angebot geführt werden) ist ja nicht primär nur wegen der Mitgliederzahlen relevant, sondern weil es um die Relevanz der kirchlichen Angebote in einem konstruktiven Sinn generell geht.
        Wenn „starke“ Kirchen gegen Homosexuelle, Andersgläubige usw. aufhetzen, und das im Volk erst noch gut ankommt, ist das natürlich auch kein wünschenswerter Zustand.
        Selbstverständlich soll man sich auch anderswo nach guten Lösungen umschauen. Da es aber um die hiesige Volkskirche geht, empfiehlt sich vor allem auch eine genauere Prüfung der Kritik, die (implizit oder explizit) aus den eigenen Reihen – und seien sie auch sehr distanziert – kommt. Erste Schritte in diese Richtung werden ja immerhin schon unternommen.

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        • Felix Geering
          Gepostet um 11:06h, 23 Januar Antworten

          Was macht denn eigentlich die Kirche zur Volkskirche?
          Oder anders gefragt: Wie muss Kirche sein, damit sich das Volk zugehörig fühlt?

          Ist es am Änd nicht ein Trugschluss zu glauben, man müsse sich nur den Kirchenfernen anpassen, und schon strömten diese in Massen in die leeren Kirchen?

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          • Corinne Duc
            Gepostet um 17:06h, 23 Januar

            Ich glaube nicht dass es darum geht möglichst viele Leute in (sonst leere) Kirchengebäude zu bringen. Aber ein offener Diskurs mit Distanzierten hilft wahrscheinlich u.a., aus der selbstfokussierten Binnenperspektive herauszukommen und alternative Konzepte zu evaluieren. Nicht nur zur formellen Erfüllung des „semper reformanda“-Postulats:-) Kirche ist doch nicht Selbstzweck ist in dem Sinn, dass sie sich am Althergebrachten festklammern und nur um die Bedürfnisse&Ansprüche der bisher aktiven Mitglieder kümmern sollte?

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          • Felix Geering
            Gepostet um 17:42h, 23 Januar

            Für mich ist der „Mehrwert“ der Kirche, gerade in unserer postmodernen anonymisierten Zeit, der Aspekt der Gemeinschaft: Alle, die wollen, dürfen zugehörig sein, auch und gerade dann, wenn sie nicht besonders cool oder erfolgreich oder schön oder gescheit sind.

            Gemeinschaft wird in der Kirche von denen gelebt, die mitmachen.

            Also sollte die Kirche sich vor allem um die kümmern, die mitmachen wollen. Nicht um die, die distanziert sein wollen.

            Vor allem sollte sich die Kirche um die kümmern, die mitmachen wollen, aber heute darunter leiden, dass sie nicht ernst genommen werden. Wenn die Kirche – also die, die bereits heute mitmachen – dies tun, dann entwickelt die Kirche wieder Strahlkraft, und dann wird sie auch ernst genommen, Auch hier und heute in der Schweiz. Siehe im heutigen Block von Luca Zacchei: Eigentlich wüssten wir, was zu tun ist.

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          • Corinne Duc
            Gepostet um 23:18h, 23 Januar

            Also
            „Behandle die Menschen als mündige Wesen und auf Augenhöhe. Kommuniziere in einer klar verständlichen Sprache. Sprich spirituelle Themen an und setze dem Fanatismus einen Riegel. Schare Menschen um dich, die deine Gedanken in der Welt weitertragen können. Liefere Instrumente, um das Leben besser meistern zu können. Unterhalte sie, bring sie zum Lachen und zum Nachdenken! Und preise deine Lehre nicht als Produkt an, sondern als Lebenseinstellung“
            hat mir eigentlich gefallen – das mündet ja nicht unbedingt in Selbstzelebrierung?

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          • Felix Geering
            Gepostet um 10:33h, 24 Januar

            Mir hat der Abschnitt auch gefallen. Ich finde ihn hilfreich.

            Selbstzelebrierung? Darum geht es doch gar nicht. Sondern: „Kirche“ lebt von denen, die mitmachen. Anders geht es halt nicht.

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          • Corinne Duc
            Gepostet um 10:58h, 24 Januar

            auch von all denen, die sich z.B. als (direkt oder indirekt Kirchen-) Steuernzahlende beteiligen, usw. usf…

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          • Felix Geering
            Gepostet um 11:19h, 24 Januar

            Mit Kirchensteuer zahlen allein ergibt sich noch kein Gemeindeleben.

            Das ist doch das Problem der Landeskirche: Sie muss die Kirchensteuerzahler flattieren, damit deren Geld erhalten bleibt. Jesus aber sagt: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ und: „trachtet zuerst nach dem Reich Gottes (es ist mitten unter euch), dann wird euch alles was ihr nötig habt, hinzugetan werden.“

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          • Felix Geering
            Gepostet um 11:28h, 24 Januar

            Als Präzisierung: Ich will niemanden aus der Kirche „rauswerfen“. Das sei ferne! Aber Kirche wird gelebt und gestaltet von denen, die mitmachen. Das ist zutiefst demokratisch: Wenn von 5000 MItgliedern 50 an die Kirchgemeindeversammlung kommen, dann sind es diejenigen, die kommen, die bestimmen wie es weiter geht. Die anderen, die nicht kommen, sind frei:
            – Wollen sie den bestimmten Kurs mittragen? Herzliche willkommen.
            – Wollen sie den bestimmten Kurs nicht mittragen sondern gehen? Dann kann ich sie nicht aufhalten.

            Auch als Kirchenleitung müssen wir letztlich loslassen und Gott vertrauen, dass er für seine Kirche sorgt. Wir können und sollen unser Bestes geben, aber es hängt letztlich an Gott selber.

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          • Corinne Duc
            Gepostet um 13:35h, 24 Januar

            Nichts gegen Ihr Gemeindeleben, aber zumindest hier in Zürich geht es wesentlich auch um soziales Engagement, in welchem einerseits die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen oft besonders effizient und hilfreich, und andererseits die Leistungen zahlreicher Freiwilliger, ob sie nun KG-Mitglieder seien und an den KG-Versammlungen teilnehmen oder nicht, von nicht zu unterschätzender Bedeutung für das Gemeindewohl insgesamt ist. Die Steuern braucht es, um diese gesellschaftlichen Beiträge weiterhin zu gewährleisten; nicht um dem Mammon zu dienen. Über die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ihre landeskirchlichen Körperschaften entscheidet letztlich das Stimmvolk; insofern lässt es sich ohnehin nicht einfach ausschliessen:-)

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          • Felix Geering
            Gepostet um 14:30h, 24 Januar

            Auch das soziale Engagement der Kirche steht und fällt mit den Menschen, die sich engagieren. Mit Kirchensteuern allein ergibt sich noch kein soziales Engagement..

            Letztlich geht es um die Frage: Was war zuerst: Das Huhn oder das Ei? Die Kirchensteuern oder das soziale Engagement?
            Ich finde: Wenn sich eine Kirchgemeinde engagiert, dann wird sie relevant, dann wird sie auch „gesehen“, dann bleiben auch die Kirchensteuern erhalten. Handkehrum, Austritte wird es immer geben. Deswegen brauchen wir uns nicht grämen.

            Nur: Das soziale Engagement interpretiere ich auch als Gemeindeleben. Für soziales Engagement ohne christliche Basis braucht es die Kirche nicht. Das können der Staat und die Humanisten ebenso gut wie die Kirche.

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