#SchweizerAufschrei

Sexismus ist eine Realität. Auch in der Schweiz. Davon zeugen die vielen Berichte, welche unter #SchweizerAufschrei auf verschiedenen Social Media Kanälen aufgeschaltet werden.

Um was geht es eigentlich?

Seinen Ursprung hat der Hashtag #SchweizerAufschrei als #Aufschrei in Deutschland. Anfang 2013 wurden Tweets mit einer solchen Kennzeichnung versehen, welche von sexistischen Erfahrungen berichtet haben.

Ausgelöst wurden diese Kurznachrichten durch einen Bericht einer Journalistin, welche von einer übergriffigen Begegnung mit einem deutschen Politiker erzählte.

Nach den nun wiederholt Frauen verachtenden Aussagen des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und der Aussage von Nationalrätin Andrea Geissbühler, dass Frauen in gewissen Fällen auch eine Mitschuld an einem sexuellen Übergriff tragen, hat sich in der Schweiz Mitte Oktober Widerstand formiert.

Unter #SchweizerAufschrei finden sich auf Twitter, Instagram oder Facebook viele schockierende und wütend machende Berichte von Frauen – und teilweise auch Männern – welche ihre Erfahrungen mit Sexismus gemacht haben.

Da lesen wir zum Beispiel von @CHiltbrunner auf Twitter:

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Es sind ganz alltägliche Situationen, in welchen Menschen mit Sexismus konfrontiert werden.

Da ist zum Beispiel auch der Pfarrkollege, welcher mir während der Ausbildung mitteilte, dass ich als Mutter niemals gleich gut wie er für eine Gemeinde Verantwortung übernehmen könne. Da ja meine Gedanken stets bei den Kindern seien und so mein Kopf nicht ganz frei.

Ja, natürlich, kann man sagen, dass er das nicht böse gemeint hat. Vermutlich hat er sich nicht viel dabei gedacht.

Aber genau das ist das Erschreckende. Es wurde in einer Selbstverständlichkeit gesagt, welche uns aufrütteln muss.

Auf Twitter schreibt @MatthiasFi:

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Es überrascht nicht, welche sexistischen Erlebnisse Frauen – ja es sind leider mehrheitlich Frauen – in der Schweiz machen.

Sie passieren ganz beiläufig im Alltag, oft von aussen unbemerkt. Und doch setzen sie einen tiefen Stachel bei den betroffenen Personen.

Und gerade deshalb, weil es oft im Verborgenen passiert. Weil darüber geschwiegen wird, braucht es nun einen Aufschrei.

#SchweizerAufschrei hilft uns dabei hinzusehen. Hinzuhören. Auch wenn man nicht hinsehen möchte.
#SchweizerAufschrei hilft uns in zwei Worten, Dinge zu benennen, welche kaum Worte finden.
#SchweizerAufschrei hilft uns ein Zeichen zu setzen und als ganze Gesellschaft Nein zu sagen.

Nein, Sexismus aller Art tolerieren wir nicht!

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15 Kommentare
  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 07:50 Uhr, 21. Oktober

    👍🏼 Danke für diesen Beitrag! Vor allem das Beispiel mit dem Pfarrkollegen lässt Erinnerungen aufsteigen …. 😑 ich höre kollegialerseits gerne immer wieder, ich sei halt so „emotional“. Eine Kollegin, die sich völlig berechtigt wehrte, wurde als „hysterisch“ bezeichnet. Als Sexismus im Berufsalltag erlebe ich auch, dass sich männliche Kollegen Privilegien gerne gegenseitig zuschanzen und Kolleginnen ganz automatisch die Rolle der Zudienenden (Magd?) oder Verständnisvollen (Mami?) zugedacht ist.
    Wobei es halt auch immer noch Frauen gibt, die da gerne mitmachen.

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 14:51 Uhr, 21. Oktober

    Auch sehr gut: http://www.pszeitung.ch/red-rock/
    Danke der guten Kollegin, die mich darauf hingewiesen hat!

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    • zhrefch
      Gepostet um 19:46 Uhr, 21. Oktober

      Die Antwort von Mirja Zimmermann ist einen Beitrag weiter unten 🙂

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  • Mirja Zimmermann
    Gepostet um 15:19 Uhr, 21. Oktober

    Liebe Frau Oberholzer,
    Danke für Ihre Ergänzungen.
    Es tut mir leid, dass auch sie solche Erfahrungen kennen.
    Herzlich, Mirja Zimmermann

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  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 18:48 Uhr, 21. Oktober

    Sexismus ist leider nach wie vor ein gesellschaftliches Thema aka Problem. Aktuell ein Beitrag von heute dazu:
    http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/-Gemeinderat-fasste-mich-an-intimen-Stellen-an–11259286

    Wirksam (meist unbewusst und unreflektiert) sind jedoch immer ieder auch Geschlechterstereotypen, So wurde und wird mir immer wieder gesagt, ich lache zu laut. Und dass ich als Pfarrerin in Stresssituationen oder auch aus gutem Grund auch mal hässig sein kann, wurde mir mehrfach vorgehalten.

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    • Mirja Zimmermann
      Gepostet um 09:26 Uhr, 22. Oktober

      Was in diesem Beitrag von 20Min geschildert wird, kenne ich leider nur zu gut aus eigener Erfahrung. Sexismus in der Politik ist ein sehr weit verbreitetes und leider ziemlich toleriertes Problem.

      Ebenfalls kann ein Abdriften in Geschlechterstereotypen auch im Sexismus enden. Umso wichtiger ist gerade auch unser sorgfältiger Umgang mit „Sprache“ und Wertungen verschiedener Art..

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  • Roland Portmann
    Gepostet um 15:18 Uhr, 22. Oktober

    Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag: Sexismus ist und bleibt ein Problem, gegen das es anzugehen gilt.

    Gerade auch innerhalb der Kirche: Ich muss aber anfügen, dass auch ich als Mann in der Kirche unter Sexismus leide.
    Meine Kolleginnen schicken mich gerne an die „Front“, d.h. in Verhandlungen mit der Kirchenpflege,, „weil ich halt ein Mann bin und man mir besser zuhört.“
    Ich musste mir in kirchlichen Kreisen auch schon anhören, dass der Pfarrberuf doch eher etwas für Frauen sei, da ich als Mann weniger emotional und emphatisch und deshalb für Seelsorge weniger geeignet wäre…
    Sexismus geht also leider auch in die andere Richtung…

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    • Mirja Zimmermann
      Gepostet um 08:55 Uhr, 24. Oktober

      Lieber Herr Portmann,

      Danke für diesen spannenden Input.

      Ich persönlich habe mir noch nie überlegt, meinen Kollegen vorzuschicken. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass dies aus den genannten Gründen gemacht wird.

      Da gibt es noch einiges zu tun. Bleiben wir dran!

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 15:37 Uhr, 18. November

      Diese Beispiele stehen für mich mehr für Geschlechterstereotypen und -rollen als für Sexismus.

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 17:49 Uhr, 22. Oktober

    Ja, ich schick Männer auch gerne an die „Front“, muss ich zugeben – aber nur, weil ich sonst als unweiblich, emotional und hysterisch gelten könnte ☺️ 🐰

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  • Thomas
    Gepostet um 12:06 Uhr, 04. November

    There are some attentiongrabbing points in time in this article but I dont know if I see all of them heart to heart. There may be some validity however I will take maintain opinion until I look into it further. Good article , thanks and we would like extra! Added to FeedBurner as properly

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  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 15:38 Uhr, 18. November
  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 19:18 Uhr, 02. Dezember

    Und anbei ein neues Buch zum Thema: http://www.efefverlag.ch/

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  • Joseph
    Gepostet um 14:22 Uhr, 05. Dezember

    This design is incredible! You obviously know how to keep a reader amused.

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