Ein Plädoyer für eine gleichberechtigte Gemeinschaft der Liebenden

Frauenkonfernez SEK

„Gleichstellung? Wir haben dringendere Probleme“, war unlängst im bref, dem Magazin der Reformierten im Bericht zur letzten Frauenkonferenz der SEK zu lesen. Tatsächlich ist die Reformierte Kirche eine der fortschrittlicheren Institutionen. So sind Frauen in alle Ämter zugelassen und die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare war lange vor der standesamtlichen Eintragung möglich. Deshalb ist allenthalben zu hören, dass es jetzt mit dem Gejammer der Feministinnen auch mal gut sei. Diese Stimmen verkennen aber, dass Sexismus weit über die formale Gleichstellung von Frauen und Männern hinausgeht; es vielmehr bedeutet, die in unserer Gesellschaft tief verankerten Mechanismen zu beheben, die oft mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus, Klassismus oder Homophobie einhergehen.

Götterdämmerung

Am Tag nach Trumps Amtseinsetzung fand der Women’s March statt. Er lief unter dem Banner weiblicher Emanzipation, tatsächlich war die Demonstration bunt und gemischt: Weltweit protestierten etwa fünf Millionen Frauen, Männer, Schwarze, Weisse, Hetero- und Homosexuelle, ChristInnen und Anders- sowie Nichtgläubige. Protest gegen einen Präsidenten, der Frauen im Wahlkampf als Schweine bezeichnete und sie mit seinem Ausspruch „Grab them by the pussy“ zu allzeit verfügbaren Sexobjekten degradierte. Protest gegen einen Präsidenten, der umgehend die Einträge zu den BürgerInnen- und LGBTIQ-Rechten von der Website des Weissen Hauses löschte. Ein Präsident, der den Klimawandel konsequent leugnet und mit rücksichtslosem Wirtschaftsgebaren zum Multimillionär wurde. Ein Präsident, der vor allem von weissen, älteren Männern und ihren Frauen gewählt wurde. Ein Präsident, den aber überwiegend weisse Akademikerinnen, Junge, ethische Minderheiten, sexuell anders Orientierte und jene, die sich zu Demokratie und Menschenrechte bekennen, abgelehnt haben. Die Minderheit war die Mehrheit, sie wählte eine Frau. Das System der Wahlmänner machte jedoch Trump zum Präsidenten der „angry white men“, der wütenden weissen Männer. Diese Männer, die einst im wahrsten Sinne des Wortes „die Herren der Welt“ waren, erleben gegenwärtig einen nie dagewesenen Bedeutungsverlust. Sie müssen feststellen, dass sich die von ihnen Beherrschten nicht mehr mit den Brosamen begnügen, die von ihren Tischen fallen, sondern an selbigen Platz nehmen. Sie konstatieren, dass die Anderen ihre Sichtweise nicht teilen und ihnen die Definitionsmacht streitig machen. Die Welt, auf der ihr Selbstverständnis beruht, ist auf dem Rückzug. Dass ihnen die angestammten Privilegien qua Geschlecht und Ethnie nicht mehr zugebilligt werden, führt zur Identitätskrise. Die Schuld daran tragen folglich die Frauen, die Schwarzen, die Homosexuellen, die Ausländer, die Anders- und Nichtgläubigen. Schlicht die Anderen. Jene mit denen sie bisher nicht zu teilen brauchten. Deshalb ziehen sie sich auf traditionelle Positionen zurück, die ihnen die Vorherrschaft aufgrund ihres Status als weisse, heterosexuelle Männer christlichen Glaubens zusichern. Sie ziehen sich auf das von ihnen begrenzte Territorium zurück, auf dem sie die Gruppe der „Auserwählten“ sind.

Bürgerliche Lebensweise als göttliche Ordnung

Dem Selbstverständnis dieser Männer und ihren Frauen liegt einerseits das religiöse Konzept eines omnipotenten männlich verstandenen und weiss assoziierten Gottes zu Grunde, von dem der weisse Heteromann seine Vorzugsstellung im Kosmos ableitet. Ein Gott, der ihn bemächtigt, sich die Welt Untertan zu machen, Frauen, Angehörige anderer Ethnien und Religionen, ja alle Kreatur zu unterjochen, zu besitzen und zu gebrauchen. Diese hierarchische Beziehung zwischen Gott und dem Menschen, der bei Strafandrohung durch die Befolgung von Geboten angstbeladen Gehorsam zu leisten hat, wird auf die Beziehung zwischen den Menschen und die Beziehung zwischen Mensch und Kreatur übertragen. Andererseits resultiert dieses Selbstverständnis aus dem weltlichen Konzept der Aufklärung, welche die Gleichheit aller Männer bei gleichzeitiger Ungleichheit aller Frauen ungeachtet des Standes proklamierte. Als Ausgleich dafür, dass innerhalb des männlichen Geschlechts die Hierarchien eingeebnet wurden, konzentrierten sich die Aufklärer darauf, die Frau als das vom Mann grundsätzlich Verschiedene zu beschreiben. Über diese dualistische Geschlechterkonstruktion begründeten sie die Herrschaft des Mannes über „das andere Geschlecht“ jenseits einer Gottesvorstellung. Mit dem sich in der Folge etablierenden Bürgertum verfestigte sich das Modell der Kleinfamilie als Ausdruck des dualistischen Geschlechterideals: Der Mann als Ernährer und die auf Haus und Familie beschränkte Frau. Ein Modell, das ursprünglich weder der adligen noch der bäuerlichen Lebensweise entsprach und für die spätere Arbeiterklasse kaum lebbar war. Dessen ungeachtet, schreckten die Anthropologen des 19. Jahrhunderts nicht davor zurück, analog zu Adam und Eva das bürgerliche Geschlechtermodell zwecks Legitimation in die Urzeit der Menschheitsgeschichte zurückzuführen. Bis heute ist unser Denken geprägt vom Jäger- und Sammlerstereotyp: „Ich Tarzan, Du Jane“ gilt vom Verwaltungs- bis zum Kirchenrat. Erst in den 1950er Jahren verzeichnete die Kleinfamilie den Klimax, als es darum ging, die Frauen wieder aus dem Arbeitsmarkt zu entfernen, auf den die Männer nach dem Krieg zurückdrängten. Die Kehrseite des sprichwörtlich gewordenen Spiessbürgertums zeigt sich heute eindrücklich in gewaltigen Aktenbergen, welche die Schicksale unzähliger Menschen enthalten, die nicht dieser Norm entsprechend lebten und in einschlägigen Institutionen, oft mit Hilfe der Kirche, zu sog. rechtschaffenen Menschen umerzogen wurden. Wenige Jahre zuvor starben Millionen Menschen, die von einer fingierten Norm abwichen, in den Gaskammern des Dritten Reiches. Schliesslich sprengte die 68er-Generation mit der sexuellen Revolution das gesellschaftliche Korsett, Frauen und Schwarze erkämpften sich in der Frauen- und Bürgerrechtsbewegung formal ihre Rechte. Gegenwärtig erleben wir den Kampf für Gleichberechtigung von Menschen, die eine andere sexuelle Orientierung oder Identität haben. Der Kreis der Berechtigten wächst unaufhörlich, aus den „Droits de l’homme“ werden die „Droits humains“, die Menschenrechte.

Aufklärung und Reformation 2.0

Im Geiste der Menschenrechte sind rund um den Globus ganze Generationen herangewachsen, die sich für die Gerechtigkeit nicht mehr auf das Jenseits vertrösten lassen. Eine Generation, die deshalb sowohl die vermeintlich göttliche Ordnung als auch das bürgerliche Lebensmodell der Aufklärung als das erkennt, was es ist: Eine Herrschaftsstrategie weniger über viele. Deshalb wird ausserhalb der Kirche die Aufklärung 2.0 gefordert: Die tatsächliche gleichberechtigte Teilhabe aller kraft ihres Menschseins an Rechten sowie den sozialen und ökonomischen Lebensvoraussetzungen. Gefordert wird deshalb innerhalb der Kirche die Reformation 2.0: Die Abkehr von einem exklusiven Gottesbild, das sich auf den Erkenntnishorizont westlicher, weisser, heterosexueller Männer beschränkt. Dafür die Hinwendung zu einem inklusiven Gottesverständnis, das aus der vielfältigen Erfahrung von Gottesbeziehungen erwächst und das schafft, was die Reformation 1.0 als „Priestertum aller Gläubigen“ versprochen, aber nicht gehalten hat. Das Fehlen ganzer Bevölkerungsgruppen in der Kirche, vornehmlich von jungen Leuten und Menschen, deren Realität eine andere Liebes- und Lebensform ist, bedeutet deshalb den verkörperten Widerstand gegen die in der Kirche herrschende monogame, heteronormative bürgerliche Kleinfamilie, die religiös zementierte Lebensform einer soziologischen Minderheit. Die Abwesenheit ist sichtbares Zeichen für den Protest gegen die kirchliche Macht auf die Gestaltung höchstpersönlicher Liebes- und Lebensformen. Die stattfindende gesellschaftliche Bewegung ist eine Sozialform, die für alle Menschen und Kreaturen lebbare Lebensarten fordert und diese auch konkret verwirklichen will. Gegenwärtig sind die meisten daran beteiligten Menschen in Ausbildung, Beruf und Politik noch von destruktiven Institutionen und Strukturen abhängig. Im Privaten entwickeln sie jedoch jenseits von toxischen Räumen lebensbejahende Gegenmodelle. Deshalb muss es nun vordringlich darum gehen, den theologisch, architektonisch, personell und sprachlich hierarchisch strukturierten Machtraum der Kirche, in dem Menschen immer noch ab- und ausgegrenzt werden, in einen offenen Lebensraum zu verwandeln. Just im Reformationsjahr wird jedoch deutlich, dass dies dem Ansinnen der nationalen und kantonalen Kirchenpräsidenten zuwiderläuft, die eine „Rekatholisierung“ fordern, also eine stärkere Hierarchie zur Sicherung ihrer Deutungshoheit. Dies, um die bei einem Frauenanteil von zwanzig Prozent auf der Kanzel behauptete Feminisierung zu bremsen und die vielfältigen Stimmen in ihrer eigenen zu absorbieren. Bei der Bekämpfung von Sexismus geht es folglich auch in der Kirche darum, Leben in seiner ganzen Vielfalt sicht-, leb- und anerkennbar zu machen. Es geht darum, dass die Privilegierten einen Bund mit den Vulnerablen schliessen, für sie ihre Stimme erheben und sich in ihrem Handeln mit ihnen solidarisch zeigen. So wie es eine Gruppe reformierter PfarrerInnen und Kirchenmitglieder am Internationalen Frauentag in Zürich getan hat, als sie die Statue Zwinglis mit den Symbolen der Bewegung gegen Sexismus und für die Anerkennung menschlicher Vielfalt ausgestattet hat. Dies war eine Zusammenkunft für all jene, die in den Versammlungen der vermeintlichen Mehrheit oft unsichtbar oder ausgeschlossen sind.

Ruf nach Gerechtigkeit

Das Zusammenstehen dieser kirchlich engagierten Frauen und Männer ist ein verkörperter Sprechakt, ein sichtbarer Ruf nach Gerechtigkeit. Es ist der Ruf der in der Kirche Verdrängten, integrierte und gleichberechtigte Gemeindemitglieder zu sein, deren Leben in einem gemeinsamen Raum stattfinden darf. Es ist der Ruf andersliebender Menschen, nicht mehr in räumlich und zeitlich getrennte Spezialgottesdienste verfrachtet zu werden. Es ist der Ruf der kinderlosen Frau, die am Muttertag beim Gottesdienst abgesondert allein im Bank zurückbleibt, weil die Mütter für die Geschenkübergabe nach vorn gerufen werden. Es ist der Ruf junger Väter, die sich die Kindererziehung mit ihren Frauen teilen und Eltern- statt Müttertreffen möchten. Es ist der Ruf der Marginalisierten nach sozialer Gerechtigkeit, statt paternalistischen Almosen. Es ist der Ruf der Kirchensteuerzahlenden, Pfarrerinnen auch an die prestigeträchtigen Kirchen zu berufen. Es ist der Ruf der Studierenden, feministischen und queeren (Befreiungs-)Theologien den gebührenden Raum zu geben und für Professorinnen Platz zu schaffen. Es ist der Ruf der Pfarrerin, die nach innen unsichtbar die Gemeinde betreut, während ihr Pfarrkollege nach aussen sichtbar in den Gremien und Medien auftritt. Es ist der Ruf der Jungen, den kirchlichen Raum so zu gestalten, dass sie sich trotz der vom Leben geforderten Flexibilität und Mobilität beteiligen können. Es ist der Ruf des Seelsorgers eines Mannes, der am klassischen Männlichkeitsideal gescheitert ist. Es ist der Ruf der Gläubigen, die Trennung von Geist und Körper zu überwinden und Raum für die sinnliche Glaubensausübung etwa mit Kerzen zu schaffen. Es ist der Ruf der Frauen nach einem Gottesverständnis, indem das Weibliche mitgedacht wird. Es ist der Ruf nach einer Sprache, die nicht Macht, Geschlechterstereotype und Heteronormativität perpetuiert, sondern Wertschätzung erzeugt. Der Ruf der abwesenden Mehrheit ist schlicht derjenige nach einem Raum des Seins, in dem Menschen nicht von sich, den anderen und Gott entfremdet werden, sondern sich angstfrei in der Gemeinschaft erleben können. Es ist der Ruf nach innerer und äusserer Freiheit, die nicht aus uns selbst, sondern als Beziehung unter uns entsteht. Es ist der überwältigende Ruf, die Vergötterung der Denk- und Lebensweise einer kleinen Gruppe zu überwinden und die Kirche zu einem Raum für eine Gemeinschaft der Liebenden zu machen. Es ist der Ruf danach, ganz Seele sein zu dürfen. Es ist der Ruf nach der Verwirklichung der Lehre Jesu in der Reformierten Kirche.

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26 Kommentare
  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 13:14h, 25 April Antworten

    Oh, es ist, als hätte ich auf diesen Ihren brillant geschrieben Beitrag gewartet liebe Frau Siegrist: Haben Sie herzlichsten Dank für Ihre glasklare Analyse und dafür, dass sie die Kirche und ihre Entscheidungsträger_innen so unbedingt in die Pflicht nehmen!
    Last but not least hat mich bereits Ihre Leserinreaktion im „bref“ auf den Artikel zur Frauenkonferenz von Frau Weymann aus dem Herzen gesprochen!
    Freundlich grüsst Sie
    Esther Gisler Fischer.

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  • Stephanie Siegrist
    Gepostet um 13:23h, 25 April Antworten

    Liebe Esther Gisler Fischer, haben Sie herzlichen Dank für Ihre lieben Worte und Ihre Wertschätzung. Ich freue mich sehr darüber. In Verbundenheit, Ihre Stephanie Siegrist

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  • Anonymous
    Gepostet um 13:32h, 25 April Antworten

    Vielen Dank für diesen grossartigen Text, liebe Stephanie Siegrist!

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    • Stephanie Siegrist
      Gepostet um 13:34h, 25 April Antworten

      Danke fürs Lesen und liebe Grüsse! StS

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  • Liv Kägi
    Gepostet um 13:32h, 25 April Antworten

    Vielen Dank für diesen grossartigen Text, liebe Stephanie Siegrist!

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    • Anonymous
      Gepostet um 13:36h, 25 April Antworten

      Danke Dir, liebe Liv Kägi! Herzlich, Stephanie Siegrist

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  • Sibylle Forrer
    Gepostet um 14:33h, 25 April Antworten

    Vielen Dank für diesen grossartigen Text, liebe Stephanie Siegrist! Mögen ihn möglichst vielen Menschen lesen. Herzlich, Sibylle Forrer

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    • Stephanie Siegrist
      Gepostet um 14:37h, 25 April Antworten

      Herzlichen Dank für das liebe Kompliment, liebe Sibylle Forrer und herzliche Grüsse, Stephanie Siegrist

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  • Reinhard Rolla
    Gepostet um 16:48h, 25 April Antworten

    Ein wahrhaft meisterin-lich geschriebener Text! Allerdings: In der Innerschweiz rennt er weit offene Türen ein. Hier ist in den Kirchen die Geschlechtergleichheit seit Anfang der Luzerner Kantonalkirche nahezu vollkommen verwirklicht. Weswegen ich schon immer glücklich darüber war, dass das Schicksal mich 1971 hierher „verschlagen“ hat. Dankbar auch, zumal in Deutschland, wo ich ursprünglich herkomme, die „Männerherrschaft“ mindestens ebenso eklatant war und immer noch sein dürfte wie in den „guten alten Kantonalkirchen“ in der Schweiz. Jedenfalls ist das Ganze meiner Erkenntnis nach mit den Visionen und der Botschaft Jesu kaum bzw. gar nicht vereinbar. Wie überhaupt Vieles in der meiner Erkenntnis nach p a u l i n i s c h geprägten Kirche der „jesuanischen“ Botschaft zuwider läuft. (Ich denke da nicht nur an die katholische Kirche und an die vielen fundamentalistischen Gemeinschaften dieser Welt!) Danke, liebe Stephanie!

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    • Stephanie Siegrist
      Gepostet um 17:39h, 25 April Antworten

      Lieber Reinhard
      Ich danke Dir herzlich für Dein Lob und freue mich sehr, dass Du davon berichtest, wie hie und da – teils seit Langem – sich die Dinge zum Guten wenden.
      Liebe Grüsse
      Stephanie

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 18:01h, 30 April Antworten

      Da gehe ich mit Ihnen einig Herr Siegrist. Schön haben Sie das expliziert in Ihrem Kommentar zum Marsch der röm.-kath. Frauen nch Rom in der ökum. Zeitschrift „aufbruch“. Danke Ihnen dafür! Für alle Lesenden, welche dies ebenso interessiert, anbei der Link: http://www.aufbruch.ch/6149

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  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 18:21h, 25 April Antworten

    Natürlich interessiert, wer die Autorin ist, was sie so den lieben langen Tag lang treibt und was sie sonst noch umtreibt. Ich nehmen an, dass dise meine Neugierde bald gestillt werden wird, wenn unter dem Namen beim Anklicken. Ihr Portrait erscheint.

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  • Esther Gisler Fischer
    Gepostet um 18:32h, 25 April Antworten

    Aus aktuellem Anlass empfehle ich das Sternstunde Philosophie-Interview von Barbara Beisch mit Laurie Penny vom 19. März 2017 unter dem Titel „Die nächste Revolution ist feministisch“: https://www.srf.ch/sendungen/sternstunde-philosophie

    Dass die Ideen insbesondere der feministischen Theologie auch vermehrt in den Kirchen wirksam werden, hoffe ich und ich arbeite selbst dran. Umso schöner, auf Frauen und Männer zu treffen, welche dieses Gedankengut teilen.

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  • Susanna Meyer
    Gepostet um 19:28h, 25 April Antworten

    Ich konnte bis fast zwei Drittel folgen, spannender Tour d Horizont durch die aktuelle Geschichte. Einverstanden mit der politischen Analyse. Aber dann wirds platt, die Aussage: Kirchenratspräsidenten fordern eine rekatholisierung…? Welche bitte? Es gibt nur einen, den SEK-Ratspräsidenten, der einige Floskeln in diese Richtung fallenließ, und die finden nun gerade bei den kantonalen kirchenleitungen überhaupt kein Echo. Und dann gegen Schluss, die litanei wer da alles ruft, da finde ich mich leider gar nicht wieder. Im Gegenteil. Ich bin ja schon fast erleichtert wenn ich ab und zu auch in der Kirche einigen Testosteronen begegne, es sind ja alle so weichgespült. Natürlich gibt’s noch viel zu tun, Frauen lässt euch in eine Kirchenleitung wählen, wir warten auf bereitwillige Kandidatinnen. Ist ein mühsamer Job, Knochenarbeit. Also – an die Arbeit, willkommen.

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    • Stephanie Siegrist
      Gepostet um 01:11h, 26 April Antworten

      Liebe Frau Meyer
      Danke für Ihr Statement. Von der Rekatholisierung konnten Sie z.B. auch am Basler Münster hören, damals sogar im Beisein des Bischofs Gmür. Dass Sie zu keiner der genannten Gruppen gehören und sich wohl fühlen so wie es ist, gönne ich Ihnen von Herzen. Dass Kirchenleitung trockene Arbeit ist und kein Zuckerschlecken ist, ist mir sehr bewusst. Ich bin in dem Rahmen kirchlich aktiv (ein paar Stunden wöchentlich) wie es mir möglich ist.
      Liebe Grüsse
      Stephanie Siegrist

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      • Esther Gisler Fischer
        Gepostet um 08:44h, 27 April Antworten

        In der Tat ist es befremdlich, dass die Reformation mit Würdeträgern aus der röm.-kath. Kirche gefeiert wird. Sollen die sich doch endlich selbst mal reformieren und den Frauen in ihren reihen Gerechtigkeit in der Teilhabe widerfahren lassen!

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        • Anita Ochsner
          Gepostet um 09:24h, 27 April Antworten

          Liebe Frau Esther Gisler Fischer

          Befremdlich.. Ja, schon auch, trotzdem ich finde es gut, dass die Reformation auch mit der röm.-kath. Kirche zusammen gefeiert wird. Wenigstens ein Teil davon Leben was nicht trennt. Verbindendes leben.. suchen

          Dem letzten Satz aber möchte ich mich voll und ganz anschliessen!
          herzlich Anita Ochsner

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          • Esther Gisler Fischer
            Gepostet um 11:55h, 27 April

            Weshalb sich denn immer nach den Ewiggestrigen richten liebe Frau Ochsner?

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          • Stephanie Siegrist
            Gepostet um 12:27h, 27 April

            Liebe Frau Ochsner
            Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der Geist der Oekumene ist mir persönlich sehr wichtig und ich feiere regelmässig oekumenische Gottesdienste. Meine Kritik ist nur dahingehend zu verstehen, dass durch die „Anbiederung“ an die Kath. Kirche u.a. versucht wird überwundenes Gedankengut wie z.B. die Ungleichheit resp. die Verschiedenartigkeit der Geschlechter wieder zu etablieren.
            Liebe Grüsse
            Stephanie Siegrist

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          • Esther Gisler Fischer
            Gepostet um 18:45h, 30 April

            Ja genau; -das, was Frau Siegrist schildert ist, was mich stört. Nach wie vor massregelt die röm.-kath. Kirche Wissenschafterinnen, welche Erfahrungen und Denken von Frauen ins Zentrum ihres Forschens stellen, werden nach Rom pilgernde Frauen nicht einmal empfangen und äussert Bichof Gmür, dass Frauen am Altar für ihn keine Option seien. Nachzulesen und zu hören bei den Infos zu den Preisträgrinnen 2017 des Herbert-Haag-Preises für Freiheit in der Kirche: http://www.herberthaag-stiftung.ch/index.php?nav=151
            Eine Anbiederung ist fehl am Platz, denn dieses ganze Gebaren ist gepaart mit neokonservativen Strömungen, denen sich anzuschliessen einer reformatorischen Kirche unwürdig ist. Siehe dazu diese Analyse in der neusten Ausgabe der feministisch-theologischen Zeitschrift FAMA:
            https://famabloggt.wordpress.com/2017/04/29/feindbild-gender/

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  • Barbara Oberholzer
    Gepostet um 06:29h, 26 April Antworten

    Guten Morgen Frau Siegrist
    Vielen Dank für Ihren Beitrag! Was ich glaub nicht recht verstanden habe: Der Ruf „ganz Seele sein zu dürfen“. Was ist damit gemeint!? Seele in Gegensatz zu Körper oder Geist oder Gehirn? Herzlicher Gruss, Barbara Oberholzer

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    • Stephanie Siegrist
      Gepostet um 12:17h, 26 April Antworten

      Liebe Frau Oberholzer
      Ich meine damit, dass wir uns Menschen auch in der Kirche ganzheitlich erleben können sollen, d.h. gerade keine Gegensätze mehr von Geist und Körper. Meiner Meinung nach können „gespaltene“ Individuen weder zu sich noch zur Umwelt noch zu Gott in Bezug treten. Seele ist für mich das, wo wir ganz uns selbst sind und uns selbst, der Mitwelt und Gott gegenüber Liebe empfinden dürfen. Hilft Ihnen diese kurze abrissartige Antwort auf die Schnelle? Herzlicher Gruss, Stephanie Siegrist

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      • Barbara Oberholzer
        Gepostet um 12:55h, 26 April Antworten

        Liebe Frau Siegrist, ja, vielen Dank! Herzlich, Barbara Oberholzer

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  • Dorothee Deimann
    Gepostet um 08:47h, 26 April Antworten

    Liebe Stephanie,
    Welch gelungener und inspirierender Beitrag.
    Vieles erinnert ich, manches an Informationen wurde neu entdeckt. Insgesamt ein erfrischender Blick auf das wichtige Thema in klarer Sprache!
    Ich bedanke mich sehr dafür.
    Herzlich
    Dorothee

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    • Stephanie Siegrist
      Gepostet um 12:09h, 26 April Antworten

      Herzlichen Dank, liebe Dorothee, für Deine Worte!

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  • Anonymous
    Gepostet um 14:49h, 19 Mai Antworten

    Danke, liebe Stephanie, dass du dich so engagiert für uns Frauen einsetzest. Der grossartige Film „Die göttliche Ordnung“ hat mir wieder vieles in Erinnerung gerufen und auch gezeigt, was sich doch seit dem 7. Februar 1971 verbessert hat.. Ich hoffe, gerade für euch junge Frauen, dass in den nächsten Jahren noch einiges besser wird und sich zum Guten wendet in Bezug auf Gleichstellung – gerade auch dank eurem Engagement!
    Herzlich deine Tante und Gotte Marianne

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