Unsere biblischen Mütter

Das Bild zeigt ein Werk mit dem Titel „Our Foremothers (unsere Urmütter) der Künstlerin Joan Snyder, welches als Leihgabe des Jewish Museum New York in der Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ im Jüdischen Museum Hohenems gezeigt wurde. Die Künstlerin hat darauf alle Namen von biblischen Frauen, die im Ersten Testament vorkommen verewigt, wie auch die Namen von Frauen aus ihrer eigenen familiären Genealogie : Die ersten Frauen Lilith und Eva, die Richterin Deborah, die Hebammen Shifra und Pua, welche mit List und Mut im Exil in Ägypten etliche Knaben vor dem Vernichtungstod gerettet hatten. Die Namen von Ruth und Naomi kann ich sehen, welche als Flüchtlingsfrauen solidarisch miteinander unterwegs waren. Vashti und Esther erscheinen, die beide als Ehefrauen des Perserkönigs Xerxes sich dessen Machtmissbrauch widersetzt hatten. Die Prophetin Hannah ist aufgeführt. Die Namen von Rebekka und Judith sind zu lesen. In der Bibel haben die Frauen Judith, Ruth und Esther je einem eigenen Buch den Titel gegeben!

Die Künstlerin schreibt zu ihrem Werk: „Die Geschichten der Frauen in der Bibel waren nichts anderes als die über Frauen, die Frauenrechten energisch den Weg bereiteten. Der Druck erzählt diese Geschichten. Unablässig kämpften sie, unter anderem für Eigentums- und Erbschaftsrecht von Frauen und setzten sich gegen Frauenmissbrauch ein. Ich liebte die Arbeit an diesem Druck und ich liebe es, unsere Urmütter zu feiern.“

Wir als Christinnen und Christen zählen diese starken Frauen ebenfalls zu unseren religiösen Ahninnen. Und vielleicht ergänzen auch wir das Bild mit Frauen aus unserer Ahnenreihe, an welche wir uns gerne erinnern; die uns prägten und uns Vorbilder sind in ihrem Tun und Lassen.

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17 Kommentare
  • michael vogt
    Gepostet um 12:38h, 15 Januar Antworten

    von meinen ahninnen ist nur eine älter als ich, ein halbes jahr. sie lag vor jahrzehnten auf einer bergwiese, um sich von den strapazen des lebens zu entspannen. eine zehn jahre jüngere streute puder auf ihre kinder. „wie geht es dir?“ fragen drei ein halbes jahrhundert jüngere mich im treppenhaus. ganz langsam gehe ich die treppe hinunter. „ich bin schon gestorben“, antworte ich. da es ihnen nicht ganz geheuer ist, erläutere ich: „da wird man lebendig, belebt, durchlebt.“ „was macht deine frau?“ fragen sie weiter am leben interessiert. während einer tanzbewegung weise auf meinen handrücken: „sie berührt mich hier.“ schon sitzen sie zu dritt vor meiner wohnungstüre, kein durchkommen. es lebt immer etwas. später streckt eine ihren zeigefinger aus. ich mache es ihr nach. sie berührt mit ihrer fingerkuppe die meine. wir lachen. ruhig. eine unsagbar geheimnisvolle erfahrung. da ahne ich, dass es vielleicht doch noch etwas anderes gibt als das einen endkampf implizierende ende, worüber wir in den letzten tagen gesprochen haben.

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  • Alpöhi
    Gepostet um 18:18h, 15 Januar Antworten

    Überhaupt, die Frauen der Bibel! In den Sprüchen wird die „fleissige Hausfrau“ so dargestellt:

    Eine tüchtige Frau – wer findet sie? … Sie sorgt für Wolle und Flachs und arbeitet, was ihren Händen gefällt. … Sie gleicht den Schiffen eines Kaufmanns, von weit her bringt sie ihre Speisen. … Sie will einen Acker haben und nimmt ihn sich, vom Ertrag ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg. Sie gürtet ihre Hüften mit Kraft und macht ihre Arme stark. Sie sieht, dass ihr Handel Gewinn bringt …
    Ihre Hand öffnet sie für den Elenden, und dem Bedürftigen reicht sie ihre Hände. … Sie fürchtet nicht den Schnee für ihr Haus, denn ihr ganzes Haus ist gekleidet in Karmesin. Decken hat sie für sich gemacht, aus feinem Leinen und rotem Purpur ist ihr Gewand. Ihr Mann ist geachtet in den Toren, wenn er bei den Ältesten des Landes sitzt. Sie stellt Hemden her und verkauft sie, und an die Händler liefert sie Gürtel. Kraft und Hoheit sind ihr Gewand, und dem kommenden Tag lacht sie entgegen. Sie öffnet ihren Mund mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist gütige Weisung. Das Tun und Treiben in ihrem Haus überwacht sie … Es gibt viele Frauen, die sich als tüchtig erwiesen haben, du aber übertriffst sie alle! (Sprüche 31, 10-19)

    Hier wird jedenfalls nicht ein „Heimchen am Herd“ beschrieben, sondern die erfolgreiche Geschäftsführerin eines Gutsbetriebs!

    Aus dem Bibeltext nehme ich: Frauen und Männer sind gleichwertig, aber nicht gleich. Sie haben unterschiedliche Aufgaben (unterschiedliche Rollen).
    Die Frau ist eher die Innenministerin (leitet den Betrieb).
    Der Mann ist eher der Aussenminister (sitzt im Stadttor und politisiert).

    Und meine Frau ist „die beste Ehefrau von allen“ (siehe letzten Vers). 🙂

    Ob mir Frau Gisler ausnahmsweise zustimmt? 🙂

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    • michael vogt
      Gepostet um 23:17h, 15 Januar Antworten

      danke für das interessante zitat. dafür mein gefällt mir. schwieriger wird’s dann, wenn das politisieren eher dem mann zugeordnet wird. eine annahme der zustimmung von frau gisler wäre da reichlich optimistisch. meine meinung ist, dass frauen und männer zwar verschieden sind, dass in der politik aber beide begabungen (ums mal so zu nennen) gleich wertvoll sind.

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 09:17h, 16 Januar Antworten

      @Alpöhi: Ihrer Zuordnung mag ich nicht viel abgewinnen: Wenn das private politisch ist, dann gehört auch das Wirken der „tüchtigen Hausfrau“, wie aller Hausfrauen und -Männer auf die politische Agenda. Und Frauen sollen auch auf dem gängigen politischen Parkett sich mit allem befassen können, was relevant ist für das Zusammenleben.

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      • Alpöhi
        Gepostet um 09:52h, 16 Januar Antworten

        Ich hab ja nur geschrieben, dass ich das aus dem Text nehme. Ob ich damit einverstanden bin dass wir es auch anders sehen können, habe ich offen gelassen.

        Was nehmen denn Sie aus dem Text?

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      • Alpöhi
        Gepostet um 09:56h, 16 Januar Antworten

        Nach meinem Verständnis beschreibt der Text eben gerade nicht eine „Hausfrau“. Sondern eine Chefin. Die erfolgreich ist und Karriere gemacht hat.

        Haben Sie das überlesen?

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        • Esther Gisler Fischer
          Gepostet um 15:44h, 21 Januar Antworten

          Nein, das abe ich mitnichten überlesen; -how dare you!
          Nur scheint mir die Aktualisierung einen andere zu sien, als die vo Ihnen favorsierte!

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  • michael vogt
    Gepostet um 23:05h, 15 Januar Antworten

    vorhin unter der douche sind mir noch wirkliche, richtige, echte ahninnen erschienen, die jahrzehnte, jahrhunderte, wenn nicht jahrtausende älter sind als die erstbeschriebenen. sie haben ihr leben immer noch mehr verloren. ganz und gar gestorben, lebendig, belebt und durchlebt, vertreten sie einen vollkommen ausgereiften feminismus. so sehr sie frauenbewegt sind, sind sie auch männerbewegt, im wissen, dass männer sich bessern, wenn sie sich vertstanden fühlen und trotz und gerade während der herausarbeitung ihres fehlverhaltens von ihrem verhalten unterschieden als person anerkannt sind. sie erinnerten ein stück weit an dorothee sölle, die mir 1989 nach einem etwas feurig und laut geratenen votum gnade angedeihen liess.

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  • Anita Ochsner
    Gepostet um 13:06h, 16 Januar Antworten

    Das Bild beeindruckt mich. Alle diese Namen, deren Geschichten ich bei den meisten erst nach lesen müsste um sie zu kennen.
    Das Bild erinnert mich an eine Zeit in der ich Rückschau hielt und im Besonderen an Frauen gedachte die mir etwas zu „erzählen“ hatten. In meinen Jugendalter war das eine Frau die mir damals, sie 10 Jahre älter als ich, viel erzählte aus ihrem Leben und in der ihrer damaligen Situation. Etwas wie eine Aussteigerin… Einer anderen gedachte ich, die ich bei der Arbeit erlebte, ich 22 Jahre sie 42. Stieg aus aus dem „Luxusleben“, wie sie das nannte aus, weil sie nicht mehr dahinter stehen konnte. Damals dachte ich, wo ich wohl stehen werde, wenn ich so alt bin.
    Es waren Frauen die mit viel Mut und Kraft unterwegs waren. Die mir was zu sagen hatten, heute erlebe ich eine ganz andere Perspektive aus der Situation einer Migrantin mit Familie. Alle diese Namen würde ich auf dieses Bild schreiben, auch wenn sie heute noch Leben. Und meine Mutter und meine Schwiegermutter, sie beide die mir vieles zeigen und erzählen!

    Dann aber auch finde ich, dass es wichtig ist, dass sich Männer und Frauen unterscheiden sollen dürfen. Wären wir alle gleich, wie wäre das Leben stumpf. Ich erlebe zum Beispiel auch, dass ich bestimmte Gespräche, und da sind in Gottes Namen Männer die mir „begegnen“, mit Männern halten kann.

    Ob eine Frau zu Hause arbeitet oder ausserhalb, es geht wohl darum, dass dieses gleichwertig anerkannt ist. Die Arbeit zu Hause, die meist mit Engagement ausserhalb verbunden ist, ist gleichwichtig! Wie eine Kariere. Für das Zusammen leben in der Gesellschaft. Als Familienfrau, -mann.
    Manches Mal schien mir schon, als ob sich Frauen dafür rechtfertigen müssten, wenn sie nicht auswärts arbeiten wollen. Wenn sie die Möglichkeit haben, zu Hause bleiben zu können. Was wiederrum bedeutet, dass ein Partner oder Partnerin für ein Einkommen sorgt.

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  • Alpöhi
    Gepostet um 14:12h, 16 Januar Antworten

    Emanzipation ist ja nicht, wenn die Frauen gleich werden wie die Männer. Feminismus, der das so versteht, erweist der Sache der Frauen einen Bärendienst.

    Emanzipation ist, wenn eine Frau (alle Frauen!) die Frau werden darf, die Gott sich ausgedacht hat / die Gott in ihr sieht.
    Emanzipation ist also, wenn eine Frau (alle Frauen!) ganz zu sich selber findet und dadurch ihr Leben den Schöpfer preist.

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    • michael vogt
      Gepostet um 16:01h, 16 Januar Antworten

      es kann aber sein, dass in zukunft der unterschied zwischen frau und mann kleiner sein wird, und dass das besser oder weder besser noch schlechter sein wird. ursprünglich ist adam weder frau noch mann oder beides. könnte ja sein, dass das wieder so wird. natürliche verhütung, ohne dass die kinder ganz ausbleiben. und wenn wir fragen, wie ein zölibat möglich ist oder wie jesus mit den frauen zusammengelebt hat, kommen wir auf etwas andere weise auf die berühmte frage „haben oder sein?“. damit will ich nicht sagen, dass jesus kein rechter mann war (wenn’s überhaupt darum geht), sondern nicht nur mann. den historischen jesus kenne ich nicht so gut, darum mit hegel: an sich: adam – für sich: adam und eva – an und für sich: der neue adam respektive, wie ich dann sagen möchte, die neue adamah, die dann auch auf das bild der ahninnen kommt. und zu ihren letzten drei worten: das würde ich den frauen überlassen, wen sie preisen wollen. die entwicklung des zusammenfallens der gegensätze könnte auch in richtung der aufhebung des dualismus von gott und mensch gehen, das aber nicht als der pubertär-gotthaft daherkommende mensch, sei es nun als mann oder als frau.

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    • Corinne Duc
      Gepostet um 13:04h, 21 Januar Antworten

      Könnte es nicht sein, dass die Menschen eigentlich zu Freiheit berufen wären, aber gewisse Denkschemata uns immer wieder daran hindern, dies allen zuzugestehen?
      Den Umstand, dass sich „Alpöhi“ nicht getraut, offen zu seiner Schreibe stehen, verstehe ich als Hinweis darauf dass er mit sich selbst im Zweispalt ist. Vielleicht wurden ihm selbst zu gewissen Zeiten (allzu) viele Freiheiten vorenthalten. Das kann sehr bedrückend sein. Ich wünsche allen eine den inneren Frieden schaffende Emanzipation!

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 16:23h, 02 Februar Antworten

      Vielleicht habe ich als Frau mehr sogenannt „männliche“ Züge als manch‘ ein biologischer Mann; -so wurde mir auch schon gesagt, ich hätte Haare auf den Zähnen. Sei’s drum!

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  • michael vogt
    Gepostet um 21:50h, 16 Januar Antworten

    bin noch für abisag von sunem. sie hat es zwar nicht geschafft, david wieder auf touren zu bringen. das wollte sie vielleicht auch gar nicht. ich stelle mir vor, dass es ihr zuwider war, dass eine junge frau einem alten mann „gebracht“ wird. sie meldete sich bei א ֶנ ֶי ג ֶם (anigam, metoo). der könig beanspruchte sie, weil er sie nicht hundertfach hatte. das war dann, nehme ich an, das geheimnis jesu – was aber nicht möglich gewesen wäre ohne frauen wie sie: abisag von sunem. (1kö 1.1-4, mk 10.30 und synoptische parallelen) und dann möchte ich noch eine ahnin aus dem buddhismus erwähnen: „ich packe den ochsen!“ sagt yaeko iwasaki, 25, 1935. sie war zu einer tiefen erleuchtung gekommen. bei allem, was sie in ihrem alltag anpackte, packte sie den ochsen. darin sehe ich die zukunft der menschheit, dass wir in allem alles erfahren, und damit unsere exorbitanten ansprüche loswerden. wenn Sie erlauben, frau gisler, auch yaeko iwasaki auf das ahninnenbild.

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 10:28h, 02 Februar Antworten

      Ich packe nicht den Ochsen, sondern den Stier bei den sprichwörtlichen Hörnern!

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    • Esther Gisler Fischer
      Gepostet um 16:26h, 02 Februar Antworten

      Ich habe Yaeko Iwasaki gegoogelt und siehe:Sie lag jahrelang im Bett darnieder. Won wegen „den Ochsen packen“!

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